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WO BLEIBEN SIE DENN?

Aus den Augenwinkeln kann Usain Bolt erkennen, dass ihn keiner mehr einholen wird. Es sind noch mehr als zehn Meter bis zum Ziel. Doch der Jamaikaner breitet schon jetzt die Arme aus, rudert mit den Händen, dreht den Kopf zur Seite, schlägt sich mit der Hand auf die Brust. Seine Beine laufen währenddessen immer langsamer. Weltrekord wird es trotzdem, 9,69 Sekunden über 100 Meter. Jacques Rogge jubelt nicht mit. „Er sollte seinen Konkurrenten gegenüber mehr Respekt zeigen“, tadelt der Präsident des Internationalen Olympischen Komitees später. Der deutsche Sprinter Tobias Unger sagt: „Sich nach seinen Gegnern umzusehen, wo sie denn bleiben, gehört sich einfach nicht.“ Aber Bolt findet auch einen Verteidiger, Frankie Fredericks, Vorsitzender der Athletenkommission und ehemaliger Sprinter: „Das ist einfach seine Art, auszudrücken, dass er etwas geschafft hat, was keinem zuvor gelungen ist."

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