Sport : Nachspiel: Die SPD der Bundesliga

Ist Ihnen an Thomas Schaaf eigentlich schon mal was aufgefallen? Nichts? Na, man muss schon ein bisschen genauer hinschauen. Der lichte Haaransatz, der Seelöwenschnauzer, dazu seine norddeutsche Sprachfärbung. Und? Ein bisschen Phantasie, bitte! Na, jetzt aber. Richtig! Thomas Schaaf ist Peter Struck.

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Bundesliga-Tippspiel: Das interaktive Fußball-Toto von meinberlin.de Die Ähnlichkeiten zwischen dem Trainer vom SV Werder Bremen und dem Chef der SPD-Bundestagsfraktion sind offenkundig. Nicht nur äußerlich. Schaaf, der leicht unterschätzte Schweiger vom SV Werder, hat sich inzwischen zu einer beachtlichen Größe im deutschen Fußballgeschäft emporgearbeitet. So wie Struck als Politiker. Der gilt auch nicht unbedingt als glamouröseste Person der herrschenden Klasse, ist aber ein beachtlicher Machtfaktor hier zu Lande. Dabei hört sich Fraktionsvorsitz bei weitem nicht so spannend an wie, sagen wir mal, Verteidigungsminister. Aber warum wollte dann Rudolf Scharping vor drei Jahren nach dem Wahlsieg der Sozialdemokraten lieber 296 SPD-Abgeordnete befehligen als 300 000 Bundeswehr-Soldaten?

Der Charme von Werder Bremen, der sich unter seinem ehemaligen Manager Willi Lemke schon vor langer Zeit als sozialdemokratische Sportgruppe positioniert hat, erschließt sich wohl auch erst auf den zweiten Blick. Dass der Klub im Moment wieder zu den besseren Adressen zählt, liegt vor allem an Thomas Schaaf. Er hat die Fraktion, ähm, die Mannschaft, mit harter Hand wieder auf Kurs gebracht, Abweichler wie den alternden Star Andreas Herzog kaltgestellt und dadurch auch die eigene Stellung gegen alle Krisen gefestigt. Hört sich alles verdächtig nach Peter Strucks kleiner Machtschule an.

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