Sport : Nachspiel: Ein Absteiger im Uefa-Cup

Es zählt zu den Erfahrungen des Älterwerdens, dass sich im Laufe der Zeit die Prioritäten ein wenig verschieben: Als wir noch Panini-Fußballbilder gesammelt haben, war uns ein Ralf Bödeker genauso wichtig wie ein Karl-Heinz Rummenigge. Aber irgendwann in der Nach-Panini-Ära haben wir uns nur noch auf die großen Spieler konzentriert: auf Sammer und Völler, Möller und Effenberg. Den Rest hätten wir vermutlich nicht einmal erkannt, wenn er uns auf der Straße entgegengekommen wären.

Wir müssen jetzt ein wenig Abbitte leisten bei all den Gesichtslosen, den Austauschbaren, den Dirk Bakalorzen des dritten Jahrtausends. Heute heißen sie Hinkel und Hleb, Wenzel, Seitz und Tiffert. Komischerweise spielen die alle beim VfB Stuttgart, und der liegt im Moment auf Platz fünf der Bundesliga. Das ist nicht schlecht für einen Verein, den nicht wenige vor der Saison als sicheren Absteiger angesehen hatten.

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Bundesliga-Tippspiel: Das interaktive Fußball-Toto von meinberlin.de Auch wenn eine solche Prognose im Anblick der Realität heute ein wenig peinlich wirkt, muss man doch sagen, dass sie, vor ein paar Monaten noch, als nicht allzu gewagt erschien: Ein Verein, bei dem Felix Magath als Trainer arbeitet, spielt eigentlich immer gegen den Abstieg. Umso erstaunlicher ist der derzeitige Aufschwung des VfB Stuttgart. Magath hat mit seinen anachronistischen Methoden viel Spott geerntet. Als er beim VfB anfing, berichtete die "Stuttgarter Zeitung" täglich über Magaths Training. "Wellness mit Felix" hieß die Rubrik. Magath war übrigens nicht sehr erfreut darüber. Wahrscheinlich weil er Wellness für neumodischen Kram hält, dem sich nur Warmduscher hingeben.

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