Sport : Nachspiel: Heute: Schalker Stürmer mit vier Buchstaben

Benedikt Voigt

Nun hat die Spaßgesellschaft auch das "Aktuelle Sportstudio" erreicht. Wie anders lässt es sich erklären, dass der brave Wolf-Dieter Poschmann am späten Sonnabend einen Satz wie diesen von sich gibt: "Irgendwie hat sich Ebbe Sand auf der Baustelle Olympiastadion wohl gefühlt." Hoffnungsfroh lauerte der Moderator auf eine Reaktion. Vergeblich. Hat überhaupt jemand den Scherz verstanden? Im Sportstudio lachte niemand, und wahrscheinlich ging es den Fernsehzuschauern ebenso. Deshalb wiederholen wir Poschmanns Humorattacke noch einmal in Zeitlupe: Sand-Baustelle. Na, kapiert? Ein Wortwitz.

Es kommt noch besser. "Vom Schalker Sand-Sturm weggefegt", stellte die "BZ" am Sonntag fest, weil der Schalker Sand am Sonnabend drei Tore erzielt hatte. Es waren nicht seine ersten Treffer in diesem Jahr, und weil der Däne in seiner Eigenschaft als Fußballspieler auch Stürmer ist, steht es zu vermuten, dass der eine oder andere Witzbold bereits vor der "BZ" auf die Idee mit dem Sand-Sturm gekommen ist. Weil Sand seine Tore gegen Hertha BSC schoss, sah sich die lokalpatriotische "Berliner Morgenpost" derart beleidigt, dass sie einen Krieg ausrief: "Sandinisten stürmen Berlin".

Ach, der deutsche Sportjournalismus ist Mutter und Vater Sand zu Dank verpflichtet. Beide vererbten ihrem Sohn nicht nur den Nachnamen, der für allerlei Wortspiele gut ist: Sandsturm, das Spiel verlief im Sand, Sandkasten, Sandhose. Nein, die Sands gaben ihrem Spross auch noch einen Vornamen, der im Deutschen ebenso vielseitig verwendbar ist: Mit Ebbe kam die Torflut, Torebbe bei Schalke. Sandsturm abgeebbt. Oder, auf Hessisch: Ebbe geht weiter. Seit Ebbe Sand auf den Mannschaftsbögen auftaucht, können die Heldt, Herzog oder Ernst einpacken. Nun ist es kein Kreuz (Fußballspieler des 1. FC Köln) mehr mit dem Scherz (auch ein Fußballspieler des 1. FC Köln). Es wird gewitzelt, bis sich die Buchstaben biegen. Längst geht die Spaßgesellschaft auch dorthin, wo es wehtut.

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