Sport : Nachspiel: Hofmanns Jubel

Benedikt Voigt

Was schenkt uns der Fußballsport in jüngster Zeit für lustige Jubelposen. In Saarbrücken lässt sich Manfred Bender auf dem Spielfeld mit dem Trikot den rechten Fußballschuh polieren, wenn dieses Arbeitsgerät die Vorlage zu einem Tor liefert. Bei St. Pauli formieren sich die Spieler nach einem Treffer zum Karnevalszug und grüßen mit Helau und Alaaf das Publikum. Und in Reutlingen tanzt der gebürtige Oberbayer Stefan Lexa nach jedem Treffer einen Schuhplatter. Nur Michael Hofmann vom TSV 1860 München jubelt kurioser.

"Obszöne Geste" nennt die Deutsche Presse-Agentur die Bewegung, die Torwart Michael Hofmann machte, nachdem er in letzter Sekunde mit einer tollen Parade den 2:1-Sieg über Rostock gerettet hatte. "Er stieß drohend die Faust in Richtung Haupttribüne", beobachtete der Sportinformationsdienst. Was aber sollte Hofmanns seltsamer Jubel? "Die Herren denken, dass nur ich dran schuld bin, dass wir da unten stehen", erläuterte Hofmann.

Wer "die Herren" sind, kann sich jeder selbst aussuchen. Wahrscheinlich die Zuschauer auf der Haupttribüne, wobei dort auch Damen sitzen. Oder die Journalisten, die ebenfalls dort Platz nehmen und tatsächlich fast alle männlichen Geschlechts sind. Oder gar Präsident Karl-Heinz Wildmoser und Trainer Werner Lorant? Letzterer nimmt ihn nicht mehr ernst. "Er ist ein bisschen ein Verrückter", sagt Lorant. Früher wurde Hofmann gerne mit Hoffmann, Vorname Daniel, verwechselt, der auch im Tor stand und vor dieser Saison den Klub verließ. Dennoch könnte er der Grund für Hofmanns ungewöhnliches Verhalten sein: Wer so jubelt, den merkt man sich.

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