Sport : Nachspiel: Platzverweis mit Verspätung

Manchmal versteht man die Gegenwart erst, wenn man die Vergangenheit kennt. Auf diese Weise erklärt sich zum Beispiel ein Ereignis, das sich am Samstag in der Bundesliga im Rahmen der Treterei am Millerntor begab. Dort hatten sich die Fußballspieler des FC St. Pauli und des 1. FC Kaiserslautern versammelt, um mittels Körperverletzungen im strafrechtlichen Grenzbereich um Punkte zu raufen. In einem solchen Fall sieht das Regelwerk Sanktionsmaßnahmen in Form Gelber und Roter Karten vor, was Schiedsrichter Uwe Kemmling auch reichlich ausnutzte: Neunmal zeigte er Gelb, zweimal Gelb-Rot. Eigentlich war es demnach auch in Ordnung, dass Kemmling in der 22. Minute St. Paulis Oliver Held vom Platz schickte. Er hatte Aleksander Knavs übel gefoult. Und trotzdem kam nicht nur den Fans des 1. FC Köln etwas komisch vor. Da war doch was?

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Bundesliga-Tippspiel: Das interaktive Fußball-Toto von meinberlin.de Am 29. April 1998 hatte Oliver Held im Dress von Schalke 04 im Spiel gegen den 1. FC Köln einen Schuss des Kölner Stürmers Toni Polster mit der Hand über die Latte gelenkt. Auf Nachfragen des Schiedsrichters hatte Held damals bestritten eine Regelwidrigkeit begangen zu haben, Köln verlor und stieg einen Monat später ab. Held hingegen landete bei einer Umfrage unter Schalke-Fans mit 1,3 Prozent auf Rang vier als "Bester Torwart der Saison" und bekam vom Sportgericht eine zweiwöchige Sperre wegen unsportlichen Verhaltens aufgebrummt. Am Dümmsten aber stand der Schiedsrichter da, der das Handspiel nicht gesehen hatte und sich dann auch noch belügen lassen musste. Sein Name: Uwe Kemmling.

Nun erklärt sich womöglich, warum Kemmling beim Wiedersehen mit Held nach einem harmlosen Foul an Grammozis schnell mit der ersten Gelben Karte zur Hand war. Und ihn kurz darauf sogar vom Platz schickte. Ein Platzverweis mit vierjähriger Verspätung.

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