Sport : Nachteil Deutschland

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Benedikt Voigt erklärt, warum es in Schottland schwierig wird

Wenn wir es richtig verstanden haben, was zwei Forscher der Universität Innsbruck herausgefunden haben, wird es schwierig in Schottland und auf den Färöern. Demnach wird sich die deutsche Fußballnationalmannschaft bei ihren EMQualifikationsspielen nicht nur elf Schotten oder elf Färöern auf dem Spielfeld gegenübersehen, sondern auch noch jeweils drei Schiedsrichtern. Und diese werden für Schottland oder die Färöer mehr Elfmeter pfeifen, länger nachspielen lassen und gegen die deutsche Mannschaft mehr Gelbe und Rote Karten zücken. Weil Schiedsrichter Auswärtsmannschaften unbewusst diskriminieren.

Es war nämlich so, in der Bundesligasaison 2000/2001: Die Heimmannschaften bekamen 55 Elfmeter zugesprochen, die Auswärtsteams nur 21. Was sich vielleicht noch mit der offensiveren Spielweise erklären lässt, welche Heimteams für gewöhnlich im eigenen Stadion pflegen. Wie aber erklärt sich, dass Auswärtsteams nur in 50 Prozent der Fälle einen berechtigten Elfmeter erhielten, Heimteams aber zu 80 Prozent (Die höchstrichterliche Instanz, ob ein Elfmeter berechtigt war, bildeten übrigens die Spielberichte im „Kicker“)? Wie erklärt sich, dass durchschnittlich 40 Sekunden länger nachgespielt wurde, wenn das Heimteam mit einem Tor zurücklag? Und warum sahen doppelt so viele Gästespieler die Rote Karte?

Die Forscher sagen, dass die Pfiffe und Schreie der Fans der Grund sind. Zuschauer empören sich stets lauter, wenn ein Spieler der Heimmannschaft gefoult wird. Die Prozesse menschlicher Wahrnehmung sind schuld daran, dass Schiedsrichter in derartigen Stresssituationen dazu neigen, Heimmannschaften zu bevorteilen. Nun könnte man die Zuschauer abschaffen oder, wie es die Forscher fordern, den Videobeweis einführen, um der Gerechtigkeit auf dem Fußballplatz zur Geltung zu verhelfen. Wenn man es sich jedoch genauer überlegt, ist das Phänomen, das die Forscher beschreiben, längst bekannt und akzeptiert. Man nennt es Heimvorteil.

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