Sport : Nachts in Deutschland

Benedikt Voigt

Es war mal wieder tiefe Nacht in Deutschland, als sich der Basketballer Dirk Nowitzki mit den Dallas Mavericks zu einer historischen Leistung aufschwang. Mit 4:0 Siegen hat sein Team die Memphis Grizzlies aus den Play-offs der nordamerikanischen Profiliga NBA geworfen. Eine Play-off-Runde ohne Niederlage – das hat es bei den Dallas Mavericks zuvor noch nie gegeben. Doch mit Dirk Nowitzki in Topform ist kein Rekord in Dallas unantastbar. Mit durchschnittlich 31,2 Punkten rangiert der Würzburger zurzeit auf Rang zwei der besten Werfer in den Play-offs. Mehr Punkte erzielte nur LeBron James von den Cleveland Cavaliers. Nun zählt Dallas mehr denn je zu den Anwärtern auf den NBA-Titel. Ob dieser vielleicht Dirk Nowitzki zu größerer Bekanntheit in Deutschland verhelfen könnte?

Der deutsche Basketballprofi ist ein Weltstar der Kategorie Michael Schumacher oder Michael Ballack – doch ins Bewusstsein der Deutschen ist das noch nicht so richtig gedrungen. Das liegt daran, dass seine Sportart Basketball zwar weltweit zu den bedeutendsten zählt – nicht aber in Deutschland. Dort ist sie Randsportart. Es liegt auch daran, dass Nowitzki Deutschland schon mit 19 Jahren verlassen hat und seine wichtigsten Taten zu nachtschlafender Zeit in den USA vollbringt. Und es liegt auch an seiner zurückhaltenden Art. Noch nie hat er eine Schlagzeile außerhalb der Basketballhalle geliefert. Lediglich wenn er, wie zuletzt, dem deutschen Nationalteam fast im Alleingang zu Silber bei der Europameisterschaft verhilft, entdecken ihn die deutschen Sportfans – und staunen.

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