Sport : Nachwuchs gegen Brieftasche

Die unterschiedlichen Erzrivalen FC Barcelona und Real Madrid treffen am Sonntag im ersten „Clásico“ der Saison aufeinander

Madrid - Die beste Fußballelf der Welt spielt gegen die teuerste: Der Triple-Sieger FC Barcelona trifft am Sonntag auf das für 250 Millionen Euro verstärkte Team von Real Madrid. Die Duelle der beiden Rivalen bedeuten immer Höhepunkte der Saison, aber diesmal ist „El Clásico“ an Superlativen kaum zu überbieten.

Im Camp-Nou-Stadion treffen die Katalanen, die mit dem Gewinn der Champions-League, der Meisterschaft und des Landespokals einen historischen Dreifach-Erfolg erzielt hatten, auf den spanischen Rekordmeister, der in einer beispiellosen Einkaufsaktion Weltstars wie Cristiano Ronaldo oder Kaka unter Vertrag genommen hat. Der Der portugiesische Nationalspieler Cristiano Ronaldo hat gerade rechtzeitig eine Knöchelverletzung überwunden, die ihn zu einer fast zweimonatigen Pause gezwungen hatte. „Ich bin noch nicht wieder hundertprozentig in Form, aber ich werde gegen Barça auf jeden Fall ein Tor schießen“, kündigte der 24-Jährige an.

Die Katalanen haben in Lionel Messi den Spieler in ihren Reihen, der Cristiano Ronaldo den Titel des Weltfußballers 2009 streitig macht. Allerdings wird sich erst im letzten Augenblick entscheiden, ob der angeschlagene Argentinier auflaufen kann. Messi schoss in seinen bisherigen sechs „Klassikern“ sechs Tore. Im Champions-League-Spiel am Dienstag gegen Inter Mailand (2:0) hatte Trainer Josep Guardiola den Stürmer und den ebenfalls angeschlagenen Schweden Zlatan Ibrahimovic geschont, damit sich ihre Verletzungen nicht verschlimmerten.

Die Madrilenen reisen als Tabellenführer nach Barcelona, nachdem sie die Blau-Roten vor einer Woche von der Spitze verdrängt hatten. „Wir sehen Barça im Rückspiegel“, höhnte Reals Torwart Iker Casillas. Real erlebt den besten Saisonstart seit Jahren, konnte spielerisch bislang aber nicht überzeugen. Die Siege werden meist mit Einzelleistungen herausgeschossen, Neuzugänge wie Kaká oder Karim Benzema enttäuschen bislang. Da bei Barça Schlüsselspieler wie Messi, Xavi oder Andrés Iniesta aus der eigenen Talentschule kommen, kursiert unter Spöttern das Wortspiel, am Sonntag spiele „cantera“ gegen „cartera“. Auf Deutsch: Nachwuchs gegen Brieftasche. Das Madrider Millionenteam wurde trotz seiner Siege häufig vom eigenen Publikum ausgepfiffen und Trainer Manuel Pellegrini zum Rücktritt aufgefordert. Der Chilene wies die Kritik zurück: „Bei Real ist am Ende der Coach immer der Blödmann. Deshalb hat der Klub in den vergangenen sechs Jahren neun Trainer gehabt.“ Barcelonas Ikone Johan Cruyff urteilte: „Barça spielt 1000-mal besser, aber Madrid steht oben.“

Im vorigen Spitzenduell wurde Real im eigenen Stadion vom späteren Meister Barcelona mit 2:6 gedemütigt. Die mögliche Wiederholung dieser Fußball-Demonstration wollen sich viele Spanier nicht entgehen: Das Spiel wird erstmals landesweit in mehr als 50 Kinosäle übertragen. dpa

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