Nachwuchssportlerin des Monats November : Laura Ida Waskowski

In unserer neuen Rubrik stellen wir Ihnen regelmäßig den Berliner Nachwuchssportler des Monats vor. Im sechsten Teil der Serie wird die Gewinnerin des Monats November gekürt: die Radsportlerin Laura Ida Waskowski.

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Foto: camera4

Das war mal eine Überraschung: Am 15. September wird Laura Ida Waskowski Deutsche U-17-Meisterin im Einzelzeitfahren auf der Straße. So richtig glauben kann sie das heute noch nicht, denn: „Ich bin eigentlich Bahnfahrerin. Nie hätte ich damit gerechnet, dass ich mal auf der Straße Deutsche Meisterin werde.“ Noch bemerkenswerter: Erst vor zwei Jahren hat sie überhaupt mit dem Radsport begonnen, „weil mein Papa meinte, dass ich mal was Ordentliches machen sollte“. Sportlich war Laura Ida Waskowski schon immer. Sie versuchte sich im Reiten, Schwimmen oder Judo. Aber so richtig auf den Geschmack ist sie erst im Fahrradsattel gekommen. Beim BRC Semper 1925 fuhr sie anfangs nur mit, weil sie den Druck der Wettkämpfe nicht mochte.

Doch das änderte sich, auch weil sich die 17 Jahre alte Lichtenbergerin nicht so leicht beeindrucken lässt. „Beim ersten Mal auf der Bahn bin ich gleich gestürzt“, gibt sie zu. Aber: „Ich bin sofort wieder aufgestanden und weitergefahren.“ Das Rundendrehen im Velodrom hat es ihr angetan. Ihre Lieblingsdisziplin ist der Mehrkampf, Omnium genannt. Hier kann sie die Defizite im Sprint durch ihre Ausdauerstärke kompensieren. 2012 wird sie Berliner Meisterin, ein Jahr später dann schon Vizemeisterin bei den Juniorinnen. Und auf der Straße gewinnt sie nebenbei mal eben den Berliner Velothon in ihrer Altersklasse.

Nächstes Ziel sind 2014 die Weltmeisterschaften der U19. Vielleicht klappt es vorher sogar mit einem Start beim Berliner Sechstagerennen. Und irgendwann will es Laura Ida Waskowski in den deutschen Bahnvierer schaffen. Die Begeisterung sprudelt förmlich aus ihr hervor. Dabei hat der Radsport durch all die Dopingenthüllungen derzeit ein mieses Image. „Mich motiviert das eher“, sagt sie. „Weil ich allen beweisen will, dass man auch ohne Doping schnell sein kann.“

Ihr Leben ist schon jetzt ganz auf den Sport ausgerichtet. 320 Kilometer legt sie pro Woche auf dem Fahrrad zurück, dazu läuft sie und schuftet im Kraftraum. Was für andere Heranwachsende zum Problem wird, nimmt Laura Ida Waskowski gelassen. In diesem Jahr hat sie eine Lehre zur Groß- und Außenhandelskauffrau begonnen, natürlich in einer reinen Sportlerklasse. Hier findet sie Gleichgesinnte, nicht nur aus dem Radsport. Trotzdem ist sie auch eine ganze normale Teenagerin. Sie trifft sich mit Freunden, geht shoppen – und lässt sich gern überraschen. Nicht nur sportlich.


An jedem ersten Dienstag des Monats stellen wir hier den Berliner Nachwuchssportler des Monats vor. Mehr Informationen zur Wahl finden Sie unter www.tagesspiegel.de/nachwuchssportler.

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