Sport : Nada und Wada gegen DEB

Anti-Doping-Agenturen kritisieren Regelverstöße

Berlin / Halifax - Die Turbulenzen um den Deutschen Eishockey-Bund (DEB) haben eine neue Dimension erreicht. Die Welt-Anti-Doping-Agentur (Wada) hat den Eishockey-Weltverband (IIHF) nun aufgefordert, das Doping-Verfahren gegen den deutschen Nationalstürmer Florian Busch neu zu eröffnen und ihn vorläufig von allen Wettbewerben zu suspendieren. Die Entscheidung, ob der Stürmer der Eisbären Berlin weiter bei der WM in Kanada spielen darf, soll laut dem Eishockey-Weltverband noch vor dem abschließenden Vorrundenspiel der Deutschen heute gegen Norwegen fallen. Busch war wegen einer verweigerten Dopingprobe vom DEB nur mit einer Geldstrafe belegt worden, obwohl der Anti-Doping-Code dafür eine Sperre vorsieht.

Die Nationale Anti-Doping-Agentur (Nada) hatte am Tag zuvor bereits den Vertrag mit dem DEB über Dopingkontrollen gekündigt, nachdem weitere Regelverstöße des DEB bekannt wurden. Im aktuellen WM-Kader sollen neun Spieler stehen, die nicht im Testpool für Trainingskontrollen der Nada gemeldet sind.

In der Politik werden mittlerweile Stimmen laut, die eine Überprüfung der Fördermittel für den Eishockey-Verband fordern. „Wir werden versuchen, auf das Bundesinnenministerium einzuwirken“, sagte Peter Danckert (SPD), Vorsitzender des Sportausschusses des Deutschen Bundestags. Der Vorsitzende des Deutschen Olympischen Sportbundes, Thomas Bach, hatte sich für ein Schiedsgericht eingesetzt, um den Fall zu klären. „Dass die Nada den Vertrag gekündigt hat, zeigt ihre Entschlossenheit“, sagte Bach.

Weit entfernt von den Doping-Schlagzeilen in der Heimat hat das deutsche Eishockey-Team bei der WM in Kanada das erste Spiel gewonnen. Nach dem 4:2 (2:0, 1:1, 1:1) über Ex-Weltmeister Slowakei ist in der Nacht zum Donnerstag (1.15 Uhr/DSF) gegen Norwegen nur noch ein Unentschieden nach regulärer Spielzeit für den vorzeitigen Klassenerhalt und den Zwischenrunden-Einzug nötig. Von den Vorwürfen hat die Mannschaft aus dem Internet erfahren. „Ein paar Jungs haben es dann erzählt. Aber das ist uns egal“, sagte Kapitän Marco Sturm, der mit seinem Tor den Erfolg eingeleitet hatte. Sturm spielt in der nordamerikanischen Profiliga NHL und sagt: „Von der Nada habe ich hier noch nie gehört.“ Der Torjäger der Boston Bruins werde in der NHL ein- bis dreimal pro Saison im Training getestet. dpa/ctr

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben