Sport : Nächster Start in Südfrankreich

Der Klimawechsel von der Adria-Sonne in den kühlen Schwarzwald hat Radstar Jan Ullrich kurzzeitig aus dem Sattel geholt. Der Merdinger musste wegen einer fiebrigen Erkältung seinen Start bei der Katalanischen Woche absagen. Stattdessen wurde der Zeitfahr-Weltmeister von Telekom-Teamarzt Dr. Lothar Heinrich Ruhe jetzt gründlich untersucht. "Er hat zum Glück kein Fieber. Wir haben ihm Blut abgenommen. Er soll einen gemütlichen Spaziergang machen, dann wissen wir mehr. Ich rechne damit, dass er am Mittwoch wieder mit dem Training beginnen kann", erklärte Heinrich.

Für Telekom-Teamchef Walter Godefroot ist der Verzicht auf die Katalanische Woche kein Grund zur Besorgnis: "Er hat schon viele Kilometer in den Beinen. Wenn er nicht länger ausfällt, macht das nichts." Zu der immer wieder aufkommende Frage nach dem Körpergewicht von Ullrich sagte Heinrich: "Er hat momentan sicher ein paar Pfunde zu viel, aber das ist in dieser Phase normal." Fahrer-Kollegen wie der Franzose Laurent Jalabert und der Belgier Johan Museeuw hatten sich in jüngster Vergangenheit abfällig über Ullrichs Aussehen geäußert.

Jan Ullrich war nach seinem mit mangelnder Form begründeten Verzicht auf den Klassiker Mailand - San Remo (Sieger Erik Zabel) am vorigen Mittwoch auch nicht zur letzten Etappe bei Tirreno - Adriatico angetreten. Statt nur ins Ziel zu rollen, wollte er lieber 80 harte Trainingskilometer absolvieren. Nach der Rückkehr standen drei Tage lockeres Training im Schwarzwald auf dem Programm. Dabei startete Ullrich mit seinem Team-Kollegen Bert Grabsch zu einer ausgedehnten Tour durch den Schwarzwald und kam vom Regen völlig durchgeweicht wieder nach Merdingen zurück.

Ullrich hofft nun, am Wochenende beim zweitägigen "Criterium International" in Südfrankreich starten zu können. Seine Saison-Höhepunkte sollen die Tour de France und die Olympischen Spiele in Sydney sein. Für die Katalanische Woche wurde der Österreicher Georg Totschnig ins Team Telekom nachnominiert.

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