Namens-Sponsoring : Doch keine T-Liga

Die DFL hat nun bestätigt, dass die Bundesliga weiterhin nicht den Namen der Deutschen Telekom tragen wird. Der Bonner Konzern will offenbar erst 2009 entscheiden, ob ihm das Namens-Sponsoring die Millionen wert ist.

Bonn/Frankfurt - Der Millionen-Deal ist geplatzt, aber die Suche nach einem Namens-Sponsor für die Fußball-Bundesliga wird fortgeführt. "Natürlich gibt es weitere Bemühungen, jedoch ohne Hast und Eile", sagte Ligaverbands-Vizepräsident Wolfgang Holzhäuser, nachdem die Telekom eine entsprechende Option nicht genutzt hatte. Den Profivereinen entgehen so geschätzte 15 Millionen Euro pro Saison, doch den Fans bleiben vorerst Wortkonstrukte wie etwa "T-Home-Liga" oder "T-Com-Liga" erspart.

"Wir sind nicht gezwungen, bis Morgen etwas zu machen. Das Bundesliga-Namensrecht ist aber einiges wert", sagte Holzhäuser, der am 15. März als Interims-Präsident die Nachfolge des gestorbenen Werner Hackmann antreten soll. Ob die Deutsche Fußball Liga (DFL) bereits zur nächsten Saison ein Unternehmen präsentieren will, ließ Holzhäuser offen: "Dies möchte ich nicht kommentieren."

Werbung auf dem Ärmel

Ganz leer geht die Liga trotz des Verzichts auf das Namensrecht nicht aus. Geschätzte zehn Millionen Euro kassiert sie pro Saison aus der bereits bestehenden Partnerschaft mit der Telekom, die nun um zwei Jahre verlängert wurde. Das Bonner Telekommunikations-Unternehmen darf dafür weiter mit dem Logo am Ärmel der Bundesliga-Trikots und auf den Auswechseltafeln werben. "Zum jetzigen Zeitpunkt ist die gefundene Form der Kooperation die beste Lösung für alle Beteiligten", kommentierte Christian Seifert, Vorsitzender der DFL-Geschäftsführung.

Die Bundesliga bleibt vorerst eine der letzten Elite-Klassen in Europa ohne Namenszusatz. Diese Form des Sponsorings kann finanziell äußerst attraktiv sein, wie das Beispiel der englischen Premier League zeigt, die als "Barclays Premiership" für die drei Spielzeiten bis 2007 insgesamt rund 84 Millionen Euro kassiert. Andererseits schützt die DFL durch die jetzige Lösung die Marke Bundesliga.

Verkürzungen wie beispielsweise "T-Liga" oder "T-Com-Liga" hätten nicht nur traditionsbewusste Fans verschreckt. Vor allem bleibt den öffentlich-rechtlichen Fernsehsendern ARD und ZDF oder dem Pay-TV-Kanal arena, der im Kabelgeschäft Konkurrent der Telekom ist, bis auf weiteres die Nennung des gesponserten Namens erspart. Dazu wären sie aufgrund der im Dezember 2005 geschlossenen TV-Verträge verpflichtet.

Rätselraten wegen Verzichts auf Sponsoring-Paket

Unglücklich scheinen die Vertreter der Bundesliga über die Absage der Telekom nicht zu sein. Denn die nun verfallene Option beruhte ohnehin auf einem mühsam erzielten Kompromiss, der ein Problem löste, das unerwartet nach der Vergabe der TV-Rechte mit einem Gesamtvolumen von 1,2 Milliarden Euro aufgetreten war. Die Telekom hatte damals gedroht, die für rund 50 Millionen Euro erworbenen Online-Rechte nicht nur über das Internet zu nutzen, sondern auch über Kabel und Satellit. Mit dem dann noch ausgehandelten Sponsoring-Vertrag plus Option konnten beide Seiten ihr Gesicht wahren.

"Die Fortsetzung unserer Partnerschaft dokumentiert, dass der Fußball auch weiterhin im Rahmen unserer Sponsoring-Aktivitäten einen wichtigen Stellenwert hat", sagte Telekom-Vorstand Timotheus Höttges. Das Unternehmen ließ aber die Frage unbeantwortet, warum sie auf das komplette Sponsoring-Paket verzichtet hat. Wesentlicher Grund dürften die wirtschaftlichen Probleme, der geplante Abbau von 32.000 Stellen und der Umbau der Konzernleitung sein. So mussten etwa Vorstandsmitglied Walter Raizner und Marketing-Chef Burkhard Graßmann, die für die Verhandlungen mit der DFL verantwortlich waren, den Konzern vor einigen Wochen verlassen. (tso/dpa)

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