Sport : Nasenlänge voraus

Martillo setzt sich in Hoppegarten knapp durch

Ingo Wolff

Berlin – Ralf Suerland stand mit dunkelrotem Kopf vor der Tribüne der Galopprennbahn Hoppegarten und wartetet mit dem Publikum auf die Auswertung des Zielfotos vom Großen Preis von Deutschland. Doch die Anspannung hielt beim Kölner Trainer nur kurz. Dann verkündete Sprecher Hartmut Faust den Sieger beim höchstdotierten Rennen der Saison. Martillo hatte sich mit einer Nasenlänge gegen seine Verfolger durchgesetzt. Der vierjährige Hengst, der schon ein Jahr zuvor mit Jockey William Mongil das Rennen so überlegen gewonnen hatte. „Ich stand kurz vor einem Herzstillstand“, sagt Suerland. Ein Jahr zuvor hatte Mongil schon auf der Zielgeraden Handküsse verteilen können, so überlegen hatte er mit dem Hengst aus dem Gestüt Höny-Hof gewonnen. Diesmal musste der französische Jockey mit dieser Geste bis zur Ehrenrunde vor der Tribüne warten. Dafür kam die Freudenbekundung für die 16000 Zuschauer umso herzlicher.

Mongil hatte sich mit Martillo in eine fast ausweglose Position geritten – und das bei nur sechs Pferden im Feld. Er saß hinter den beiden Hengsten Checkit und Assiun fest. Hundert Meter vor dem Ziel riskierte der Franzose aber alles, zog mit Martillo von innen und nach außen und setzte zu einem mitreißenden Endspurt an. Schon zu diesem Zeitpunkt waren die Zuschauer von dem Duell zwischen Checkit und Assiun begeistert, doch Martillo schob sich immer dichter an das Führungsduo heran. Auf dem Zielstrich streckte Martillo seinen Kopf dann entscheidend nach vorne und setzte sich knapp gegen Derbysieger Andreas Suborics und den dreijährigen Hengst Assiun durch. Auch der englische Hengst Checkit war als Dritter nur wenige Zentimeter vom Sieg entfernt. „Martillo ist eine wahrer Champion“, sagte Mongil.

Noch bei der Siegerehrung war Suerland die Aufregung anzusehen. Der Trainer von Martillo stand beim Besitzerehepaar Hellwig und freute sich mit ihnen über 63 000 Euro Siegerprämie. Das weiße H auf dem Rücken von Jockey und Pferd, das für das Gestüt Höny-Hof steht, soll als Nächstes in Baden Baden beim Oettinger-Rennen die Gegner hinter sich lassen.

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