Nationalelf : Auf der Suche nach der neuen Hierarchie

Bastian Schweinsteiger hat es in dieser Woche wieder mal geschafft, seinen Kollegen Miroslav Klose zu überraschen. Schweinsteiger ist zwar immer noch jung an Jahren, aber längst überreich an fußballerischer Erfahrung. Doch er hat noch nie ein WM-Quali-Spiel bestritten.

Schweinsteiger
Immer für eine Überraschung gut. Basti Schweinsteiger -Foto: ddp

Berlin - Mit 57 Länderspielen ist er auf dem besten Wege, Lothar Matthäus (150 Länderspiele) als Rekordnationalspieler abzulösen, Schweinsteiger hat mit gerade 24 eine Weltmeisterschaft hinter sich und zwei EM-Turniere, doch heute Abend, im Rheinpark-Stadion von Vaduz, wird der Mittelfeldspieler des FC Bayern München eine unbekannte Erfahrung machen: Zum ersten Mal in seiner Karriere bestreitet Schweinsteiger ein WM-Qualifikationsspiel. „Ist das so?“, fragte Miroslav Klose.

Ja, das ist so. Das letzte WM-Qualifikationsspiel der Deutschen, ein 4:1-Sieg gegen die Ukraine, liegt fast sieben Jahre zurück, damals spielte Schweinsteiger noch in der A-Jugend. Heute Abend aber wird er wieder einmal die führende Rolle im deutschen Mittelfeld übernehmen – weil die eigentlichen Chefs, Michael Ballack und Torsten Frings, verletzt fehlen.

Es ist keine neue Situation für Joachim Löw. Seitdem er Bundestrainer ist, hat die Nationalelf 29 Spiele bestritten. Frings fehlte zehn Mal, Ballack zwölf Mal, und angesichts ihres fortgeschrittenen Fußballeralters stellt sich immer dringender die Frage, inwieweit Löw mit beiden überhaupt noch fest planen kann. Ihre Vertreter Thomas Hitzlsperger und Simon Rolfes haben längst höhere Ansprüche angemeldet. „Wir sind im Mittelfeld gut aufgestellt“, sagt der Bundestrainer. „Einige andere Spieler können sich jetzt beweisen.“

Das gilt nicht nur fürs Mittelfeld. Mit der EM ging ein Zyklus zu Ende, Mannschaft und Hierarchie geraten neu in Bewegung. Piotr Trochowski, bei der EM ohne Einsatz, steht gegen Liechtenstein in der Startelf, und in der Innenverteidigung sollen Serdar Tasci (ein Länderspiel) und Heiko Westermann (vier) beginnen. Christoph Metzelder, bei der EM Stammspieler, sitzt wohl nur auf der Bank. sth

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