Sport : Nationalelf: Effenberg sagt Teamchef Völler ab: "Ich bin kein Umfaller"

Der neue Teamchef hat die Arbeit noch gar nicht richtig begonnen, da gibt es bereits den ersten Rückschlag: Stefan Effenberg vom FC Bayern München hat eine Rückkehr in die deutsche Fußball-Nationalmannschaft auch unter Rudi Völler definitiv ausgeschlossen. "Die Lösung mit Völler ist sehr gut. Und wir kennen uns auch sehr gut. Aber ich bin kein Umfaller. Für mich ist und bleibt der Abschied endgültig. Es gibt kein Zurück, selbst wenn der Bundestrainer Ottmar Hitzfeld heißen sollte", erklärte der 31-Jährige in München. Völler, seit Sonntag als Interims-Teamchef im Amt, hatte angekündigt, mit Effenberg ein Gespräch über eine Rückkehr führen zu wollen. Den Anruf kann er sich nun ersparen.

Genügend Arbeit gibt es für den 40-Jährigen trotzdem. Zwar sind die Fronten an der Spitze der DFB-Auswahl mit Völler als Teamchef (bis zum 1. Juni 2001), Christoph Daum als Bundestrainer (ab 1. Juni 2001) und Karl-Heinz Rummenigge als eine Art Teammanager klar abgesteckt. Doch darüber hinaus gibt es vor dem ersten Länderspiel der Ära Völler am 16. August in Hannover gegen Spanien noch viele ungeklärte Fragen. Deshalb soll es bereits in der nächsten Woche in Frankfurt (Main) ein erstes Treffen der ebenfalls neu eingerichteten Task Force geben. "Dann geht es in die Details. Es geht zum Beispiel auch um die Abstellungen der Nationalspieler. Dabei hat es in der Vergangenheit immer wieder Krach mit dem DFB gegeben. Wir sorgen für einen Spielplan, bei dem es solche Termine wie das Länderspiel gegen die Schweiz nie mehr geben wird", sagte Rummenigge.

Priorität genießt zunächst jedoch die Besetzung des Trainerpostens neben Teamchef Völler. "Das ist unser oberstes Ziel. Wir erstellen jetzt ein genaues Anforderungsprofil", sagte Daum, der im nächsten Jahr seinen langjährigen Kotrainer Roland Koch von Bayer Leverkusen zum Deutschen Fußball-Bund (DFB) mitbringen wird. Bis Ende des Monats soll die Suche abgeschlossen sein. Mit klaren Vorstellungen von Völler: "Er muss zu mir passen. Ähnlich wie bei Beckenbauer und Osieck/Köppel. Auch in der Zusammenarbeit soll es ähnlich wie bei Beckenbauer ablaufen." Namen von möglichen Kandidaten nannte der 90-malige Nationalspieler nicht, nur soviel wollte er verraten: "Es gibt einige Kandidaten aus dem TrainerLehrgang für verdiente Nationalspieler, mit einigen habe ich noch zusammengespielt." Wie etwa mit Guido Buchwald oder Andreas Brehme, mit denen Völler 1990 in Italien Weltmeister wurde. In Frage kämen zudem Joachim Löw, Friedhelm Funkel oder Bernd Krauss, die momentan ohne Job sind.

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