Nationalelf : "Qualitätskontrolle" für Debütanten

Der Jugendstil in der Fußball-Nationalmannschaft wird fortgesetzt. Bundestrainer Joachim Löw hat in der Fußball-Bundesliga eine ganze Reihe potenzieller Debütanten für die deutsche Nationalmannschaft im Blick.

München - "Wir werden 10 bis 15 jüngere Spieler beobachten", kündigte Löw in der Münchner Tageszeitung "tz" an. Diese sollen in den kommenden Monaten intensiv einer "Qualitätskontrolle" unterzogen und an die DFB-Auswahl herangeführt werden.

"Wir werden den Spielern klar sagen, was und wie sie in der Nationalmannschaft zu spielen haben. Wir geben ihnen Trainingspläne, um Defizite abzustellen. Das alles natürlich in Absprache mit den Klubs. Wenn diese Spieler zu uns kommen, müssen sie unsere Vision verinnerlicht haben", erklärte Löw.

Drei Neulinge gegen Georgien

Als Beispiele nannte der Bundestrainer Stefan Kießling und Gonzalo Castro. Sollten die beiden Jung-Profis von Bayer 04 Leverkusen weiterhin "überzeugende Leistungen" abliefern, hätten sie sich in naher Zukunft eine Chance verdient.

Aufgrund zahlreicher Verletzungen hatte Löw bereits für das Testspiel gegen Georgien (Samstag, 20 Uhr in Rostock, live im ZDF) und das EM-Qualifikationsspiel in der Slowakei (Mittwoch, 20:45 Uhr, live in der ARD) mit Clemens Fritz (Werder Bremen), Piotr Trochowski (Hamburger SV) und Jan Schlaudraff (Alemannia Aachen) drei Neulinge in seinen Kader berufen. Zuvor hatten schon Malik Fathi (Hertha BSC Berlin) und Manuel Friedrich (1. FSV Mainz 05) unter Löw ihr DFB-Debüt gegeben.

Große Erwartungen setzt Löw derweil in das Bayern-Duo Lukas Podolski und Bastian Schweinsteiger. "Für Poldi und Basti geht es jetzt doch erst richtig los. Sie werden bei der Europameisterschaft ihre geballte Qualität entfalten können. Darauf können wir uns freuen."

Sportliche Gründe für Enkes Nominierung

Zugleich dementierte Löw, dass er Robert Enke nur aus sozialen Gründen für das Georgien-Spiel berufen habe, um den Keeper von Hannover 96 nach dem Tod seiner Tochter Lara wieder aufzubauen. Enkes Nominierung habe rein sportliche Gründe gehabt, betonte Löw. Neben Enke gebe es noch weitere Kandidaten. Der Konkurrenzkampf auf der Torhüterposition sei sehr groß. "Roman Weidenfeller hat zuletzt sehr stark gespielt. Auch er wird seine Chance bekommen", kündigte Löw erneut eine Berufung des Dortmunders an.

Löw sprach sich für ein Bundesliga-Comeback von Christoph Daum aus. "So ein Mann wie Daum ist wichtig für die Bundesliga. Ich würde mir wünschen, dass er irgendwann einmal wieder auf der Bank sitzen würde. Das würde der ganzen Liga gut tun", hob der DFB-Coach hervor. Der 52-Jährige sei innovativ und mache sich "unglaublich viele Gedanken, wie man den Fußball weiter entwickeln kann". (tso/ddp)

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