Nationalelf : Streit um freie Schuhwahl vertagt

Der Streit um die Schuhwahl zwischen der Fußball-Nationalmannschaft und dem DFB ist vorerst beigelegt. Gegen Schweden werden die Spieler in Adidas-Schuhen auflaufen.

Frankfurt/Main - Der Mannschaftsrat, dem Jens Lehmann, Miroslav Klose, Bernd Schneider und Torsten Frings angehören, habe deutlich gemacht, dass die DFB-Elf erstmals am 2. September im EM-Qualifikationsspiel gegen Irland in Stuttgart ihre Schuhe frei wählen wolle. Die DFB-Präsidenten Gerhard Mayer-Vorfelder und Theo Zwanziger hätten versichert, dass sie in dieser Angelegenheit nach dem Schweden-Spiel mit dem Sponsorpartner Adidas und dem Ligaverband "eine einvernehmliche Lösung" finden wollten.

Der Deutsche Fußball-Bund (DFB) hat bis 2010 einen Ausrüstervertrag mit der Sportartikelfirma Adidas, der auch das Schuhwerk umfasst. In anderen Nationalteams ist die Wahl der Schuhe den Spielern frei gestellt. Wie die "Bild"-Zeitung weiter schreibt, würde der Vertrag mit Adidas die Spieler um besser dotierte Werbeverträge mit den Adidas-Konkurrenten Puma und Nike bringen. Viele Nationalspieler spielen in ihren Vereinen mit den Schuhen der Adidas-Konkurrenz. Mit Blick auf den angeblichen Streit zwischen dem Stab der Nationalelf und DFB-Sportdirektor Sammer dementierten Teammanager Bierhoff und DFB-Mediendirektor Harald Stenger entsprechende Berichte. "Die Arbeit mit Matthias Sammer findet noch nicht statt", sagte Bierhoff. Von beiden Seiten sei vereinbart, dass diese Zusammenarbeit erst nach der WM beginnen solle. Das Thema werde im September im Kompetenzgremium besprochen.

Kommt Peters als Berater?

Laut Bierhoff stehe man aber dennoch bereits in regem Kontakt miteinander. "Wir haben während der WM ständig telefoniert." Das Verhältnis zu Sammer bezeichnete er als gut. In unterschiedlichen Medienberichten war von Differenzen die Rede, nachdem Sammer in der vergangenen Woche ohne Absprache mit der Führung der Nationalelf Erich Rutemöller zum Trainer der U20-Mannnschaft des DFB ernannt hatte.

DFB-Mediendirektor Stenger erwähnte in diesem Zusammenhang, dass "vielleicht noch der externe Berater" eine neue Variante für die Arbeit im Stab der Nationalelf sei. Wer dieser Berater sein soll, stehe aber noch nicht fest.

Laut Medienberichten soll allerdings ausgerechnet der ehemalige Hockey-Bundestrainer Bernhard Peters diese Position bekleiden. Peters war seinerzeit der Wunschkandidat von Klinsmann und Bierhoff für den Posten des Sportdirektors. Anfang Februar 2006 kam das DFB-Präsidium dem Wunsch aber nicht nach und entschied sich für Sammer als ersten Sportdirektor in der Geschichte des DFB. (Von Holger Pfeiffer, ddp)

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