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Hertha-Trainer Jos Luhukay im Interview : "Die Entwicklung in Deutschland ist beispielhaft"

13.11.2012 17:25 Uhrvon
Jos Luhukay, 49, führte den FC Augsburg 2011 in die Bundesliga und hielt mit dem Klub im folgenden Jahr die Klasse. Seit Sommer 2012 ist der Holländer Trainer von Hertha BSC.Bild vergrößern
Jos Luhukay, 49, führte den FC Augsburg 2011 in die Bundesliga und hielt mit dem Klub im folgenden Jahr die Klasse. Seit Sommer 2012 ist der Holländer Trainer von Hertha BSC. - Foto: dpa

Im Tagesspiegel-Interview spricht Herthas Trainer Jos Luhukay über Wahrnehmung und Würdigung des deutschen Fußballs in seiner holländischen Heimat.

Herr Luhukay, ein Fußballspiel zwischen Holland und Deutschland ist nicht nur prestigebeladen, sondern gerade auch ein Duell zweier unterschiedlicher Fußballschulen.

Oh, das war einmal so. In den vergangenen fünf, sechs Jahren sind die Unterschiede kleiner geworden, was vor allem an der Entwicklung des deutschen Fußballs liegt. In dieser Zeit hat die deutsche Nationalmannschaft eine sehr offensive, positive Spielweise entwickelt, viele neue Spieler, die fantastische technische Anlagen besitzen, haben den Sprung über die Bundesliga in das Nationalteam geschafft und prägen dort die neue, moderne Spielweise.

Die deutsche Mannschaft spielt zuweilen holländischer als das Original, oder?

Wenn Sie so wollen, ja. Die Entwicklung in Deutschland ist beispielhaft, trotz kleinerer Rückschläge wie jüngst. Aber auch in Holland tut sich etwas seit der enttäuschenden EM im Sommer.

Holland als Vizeweltmeister von 2010 schied sieglos in der Vorrunde aus.

Das war schlimm. Aber nun ist die Mannschaft im Umbruch. In Louis van Gaal ist ein neuer Trainer da, und einige neue Spieler erhalten die Möglichkeit, sich zu zeigen. Ich verfolge diese Entwicklung mit Interesse. Denn eigentlich ist der holländische Stil offensiv ausgerichtet. Nur reicht das nicht mehr, man muss auch defensiv denken. Die gesamte Statik einer Mannschaft darf nicht aus den Augen gelassen werden. Das gilt wohl auch für die deutsche Mannschaft. Gerade große Turniere zeigen, wie wichtig diese Balance heute ist.

Sie sind im grenznahen Venlo groß geworden. Hatten Sie damals einen deutschen Lieblingsverein?

Lieblingsverein ist vielleicht zu hoch gegriffen, aber als Junge bin ich oft zu Borussia Mönchengladbach gefahren und habe dort im Bökelberg-Stadion großartige Spiele gesehen. Die Siebzigerjahre, das war ja die Hochzeit der Gladbacher Fohlenelf. Sie bot einen tollen Fußball. Sie sehen, ich erlebte den deutschen Fußball also von Kindesbeinen an.

Wen haben Sie als Heranwachsender mehr verehrt: Johan Cruyff oder Günter Netzer?

Das sind unterschiedliche Spieler, aber beide waren fantastisch. Sie genossen zu recht eine große Anerkennung, und setzten ihre Karriere dann bei Weltklubs wie Barcelona und Real Madrid fort. Sie waren vielleicht keine Phänomene, aber es waren Spieler mit großem Stellenwert und Status, sie waren für ihre jeweilige Mannschaft von größter Bedeutung.

Welche Erinnerungen haben Sie an das WM-Finale von 1974?

Gute, obwohl ich erst elf Jahre war. Ich weiß noch, dass es früh diesen Elfmeter für Holland gab und auch gute Torchancen. Aber die deutsche Mannschaft hatte damals eine starke Defensive und einen Sepp Maier im Tor, der viele Bälle rausgeholt hat. Und ja, dann hatten die Deutschen eben noch einen Stürmer wie Gerd Müller, der immer wusste, wo das Tor stand. Und so kam es dann auch. Ich denke, dass das Glück ein bisschen mehr auf der deutschen Seite war an diesem Tag. Aber insgesamt war es ein gutes Turnier mit vielen guten Spielen. Denken Sie an die Brasilianer, die wunderbar spielten, oder Argentinien. So ein Turnier wünscht man sich.

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