Holland - Deutschland 0:0 : Auch die Spielkunst sagt ab

14.11.2012 22:58 Uhrvon
  • Magerkost in Amsterdam. Holland und Deutschland trennen sich in einem unspektakulären Testspiel mit 0:0. Bei Deutschland kamen der Schalker Benedikt Höwedes (l., im Duell mit Bremens Eljero Elia) und weitere Spieler aus der zweiten Reihe zum Einsatz. Sehen Sie die Bilder des Spiels hier in unserer Fotostrecke. Foto: dapd
    Magerkost in Amsterdam. Holland und Deutschland trennen sich in einem unspektakulären Testspiel mit 0:0. Bei Deutschland kamen der Schalker Benedikt Höwedes (l., im Duell mit... - Foto: dapd
  • Bundestrainer Joachim Löw (l.) begrüßt den holländischen Chefcoach und Ex-Bayern-Trainer Louis Van Gaal. Foto: dapd
    Bundestrainer Joachim Löw (l.) begrüßt den holländischen Chefcoach und Ex-Bayern-Trainer Louis Van Gaal. - Foto: dapd
  • Während vor dem Spiel bei den Holländern mit Patrick Kluivert  (nicht im Bild), Ruud van Nistelrooy (l.) und Edgar Davids (m.) eine Reihe altgedienter Ex-Nationalspieler geehrt werden, ... Foto: AFP
    Während vor dem Spiel bei den Holländern mit Patrick Kluivert (nicht im Bild), Ruud van Nistelrooy (l.) und Edgar Davids (m.) eine Reihe altgedienter Ex-Nationalspieler geehrt... - Foto: AFP

Die großen Rivalen Holland und Deutschland tun sich im Test-Länderspiel von Amsterdam nicht weh. In einem von Langeweile und Lustlosigkeit geprägten Duell gibt es am Ende keinen Sieger - und nicht mal ein Tor.

Arjen Robben und Rafael van der Vaart rissen riesige Lücken in die deutschen Reihen. Per Mertesacker, Marco Reus und Mario Götze verloren den Anschluss an ihre Kollegen. Aber das war kurz vor dem Anpfiff, als Robben und van der Vaart die hier geehrten ehemaligen holländischen Nationalspieler Reiziger, Kluivert, Davids und van Nistelrooy am Spielfeldrand so ausgiebig begrüßten, dass sich hinter ihnen beim Einlaufen ein kleiner Stau bildete.

Im Spiel stimmten bei den Deutschen die Abstände. Sie verteidigten über weite Strecken mit Verstand und der nötigen Leidenschaft und erbrachten im letzten Länderspiel des Jahres den Beweis, dass die Fußball-Nationalmannschaft auch Abwehr kann.

Das ging zwar zu Lasten der Offensivkraft, trotzdem hatten die Deutschen in der ersten Hälfte einige Gelegenheiten, das Spiel für sich zu entscheiden. Nach einer insgesamt dürftigen zweiten Hälfte endete die Begegnung in der Amsterdam-Arena jedoch mit einem durchaus treffenden 0:0.

Es wirkte daher fast wie Hohn, wenn Philipp Lahm später von einem „Superklassiker“ sprach. Aber er gab auch zu: „Wenn man das letzte Spiel 4:4 gespielt hat, dann ist es erstmal wichtig, dass die Defensive steht.“ Beide Mannschaften hätten „das Risiko gescheut“, sagte Mats Hummels; „keiner wollte einen Fehlpass spielen“, befand Manuel Neuer.

Bundestrainer Joachim Löw hatte etwas überraschend Lewis Holtby aufgeboten, der erst am Montag wegen akuten Personalmangels von der U 21 zur A-Nationalmannschaft befördert worden war. Schweinsteiger, Kroos, Boateng, Özil, Klose, Schmelzer, die Liste der Absagenw war lang. Nominell durfte sich der Schalker gleich als Zehner versuchen, während Mario Götze als einzige Spitze auflief. Doch die vier Offensivspieler der Deutschen wechselten so beständig ihre Positionen, dass es eigentlich gar keine festen Positionen gab.

Bei den Niederländern saß Klaas Jan Huntelaar nur auf der Bank, obwohl sein interner Konkurrent Robin van Persie angeschlagen fehlte. Überhaupt mussten beide Trainer einige Lücken in ihren Kadern verwalten. Doch nicht nur bei den viel belasteten Nationalspielern besteht offensichtlich im Moment ein gewisser Überdruss; auch für das Publikum verliert ein Fußballklassiker seinen Reiz, wenn er alle sechs Monate aufs Neue ausgetragen wird. In der Amsterdam-Arena blieben gestern einige Plätze frei.

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