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Jogi Löw ratlos : 4:0-Führung Deutschlands sensationell verschenkt

17.10.2012 09:20 Uhrvon
Was ist denn hier passiert? Konsternierte Deutsche Nationalspieler unmittelbar nach dem Schlusspfiff. Die DFB-Elf hat soeben eine 4:0-Führung verspielt und nur einen Punkt gegen Schweden geholt.Bilder
Was ist denn hier passiert? Konsternierte Deutsche Nationalspieler unmittelbar nach dem Schlusspfiff. Die DFB-Elf hat soeben eine 4:0-Führung verspielt und nur einen Punkt gegen... - Foto: dpa

UpdateDie DFB-Elf beginnt furios und scheint Schweden zunächst zu überrollen - verliert dann aber im zweiten Durchgang völlig den Faden. Nach einem verrückten Spiel müssen sich die Deutschen mit einem Punkt begnügen.

Eine gute Stunde vor Mitternacht setzte sich gestern im Olympiastadion die Erkenntnis durch, das ein Fußballspiel aus zwei Halbzeiten besteht. Zur Pause des WM-Qualifikationsspiels zwischen der deutschen Fußballnationalmannschaft und Schweden stand es nach wunderschön heraus gespielten Toren 3:0 für die Gastgeber, nach einer Stunde 4:0 und am Ende 4:4. Die deutschen Spieler standen fassungslos auf dem Rasen. Wie konnte das bloß passieren? Sie hatten vor 72 369 Zuschauern die vielleicht beste Halbzeit ihres Länderspieljahres absolviert und dann dieser Einbruch nach einer fahrigen halben Stunde.
Für die Mannschaft von Joachim Löw fand damit eine Woche ihr betrübliches Ende, die mit einem 6:1-Sieg auf Irland begonnen hatte.

Wenigstens bleibt Deutschland nach zehn Punkten in vier Qualifikationsspielen in diesem Jahr an der Tabellenspitze.

„Wir haben nach dem 4:0 abgeschaltet“, sagte Kapitän Philipp Lahm. „Nach den Toren bricht alles zusammen, das darf einer Spitzenmannschaft nicht passieren.“ Unerklärlich fand es auch Bastian Schweinsteiger, „jeder hat sich zu sicher gefühlt und einen Schritt zu wenig gemacht“, bemängelte er.

Joachim Löw musste gestern die beiden angeschlagenen Spieler Sami Khedira und auch Marcel Schmelzer ersetzen. Für den Mittelfeldspieler von Real Madrid spielte Toni Kroos an der Seite von Schweinsteiger und für Schmelzer durfte Jerome Boateng in der Aufstellung verbleiben, der Berliner spielte auf der rechten Abwehrseite. Bei seiner Rückkehr nach abgegoltener Sperre rückte Lahm auf die linke Seite, was Löw eigentlich nicht mehr wollte.

Seiner Mannschaft gelang ein fantastischer Start. Nach zwei Minuten traf Thomas Müller den Pfosten, nur fünf Minuten später erzielte Miroslav Klose nach einem tollen Querpass von Marco Reus das 1:0. Die Schweden wirkten in der Anfangszeit völlig überfordert vom flüssigen und sicherem Kombinationsfußball der deutschen Mannschaft, die in Mesut Özil und Toni Kross ihr kreatives Herzstück hatten.
Nach gerade einmal einer Viertelstunde war das Spiel quasi entscheiden. Erneut hatte Reus Klose bedient, dieses Mal benötigte der ewige Miro ein Nachschuss, seinen ersten Schuss hatte Schwedens Torhüter Isaksson noch abwehren können. Joachim Löw ballte einmal kurz die Faust am Spielfeldrand, nahm dann aber gleich wieder beruhigt Platz.

Seine Mannschaft machte eine Halbzeit lang auch gegen den vermeintlich stärksten Rivalen der Gruppe da weiter, wo sie vergangenen Freitag in Dublin aufgehört hatte. Sie spielte konzentriert, wachsam und bei jeder sich bietenden Möglichkeit wurde das vertikale Spiel in die Spitze gesucht. Und wenn dann mal ein Pass nicht ankam, waren alle äußerst eifrig bei der Balleroberung.

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