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Kommentar : Der Fußball verheizt sich

13.11.2012 12:48 Uhrvon
Mund zu? Nicht mit Thomas Müller. Der Nationalspieler flüchtete sich vor dem Länderspiel gegen Holland in Ironie. Foto: dpaBild vergrößern
Mund zu? Nicht mit Thomas Müller. Der Nationalspieler flüchtete sich vor dem Länderspiel gegen Holland in Ironie. - Foto: dpa

Sechs kurzfristige Absagen hat Bundestrainer Joachim Löw für das Länderspiel in Amsterdam bekommen. Nie war die taktische Muskelverletzung so wertvoll wie heute, meint Sven Goldmann in seinem Kommentar.

Thomas Müller ist ein großartiger Fußballspieler, und weil er das auch weiß, geht er den Kollegen zuweilen auf den Geist. Selten aber hat ihnen der vorlaute Münchner so sehr aus dem Herzen gesprochen wie mit seiner Evaluierung des Testspiels der Nationalmannschaft gegen die Niederlande: „Das ist ein Klassetermin, auf den wir uns alle freuen. Da werden wir mit voller Leidenschaft unser Land vertreten und das tun, wofür wir alle geboren wurden: Für Deutschland Fußball spielen.“

Sechs kurzfristige Absagen hat Bundestrainer Joachim Löw für das Spiel in Amsterdam bekommen.

Nie war die taktische Muskelverletzung so wertvoll wie heute. Der Spitzenfußball verheizt seine Interpreten. Und er nimmt potenziell großen Momenten viel von ihrem Wert.

Als die Deutschen nach der chaotisch beendeten EM für einen Neubeginn gegen Argentinien testeten, hatte die Bundesliga noch gar nicht begonnen. Der Klassiker gegen die lieben Nachbarn aus Holland wurde zwischen zwei Champions-League-Spieltage gepresst. Im Nach-WM-Jahr 2011 lief die Nationalmannschaft zu sechs Pflicht- und sieben Freundschaftsspielen auf, und wer die Champions League gewinnen wollte, hatte 13 weitere Termine im Kalender.

Die Champions League ist in ihrer derzeitigen Form (also ohne die vor ein paar Jahren abgeschaffte Zwischenrunde) unantastbar. Wer also den internationalen Kalender entschlacken will, muss einen Cut bei den Testländerspielen machen. Diese sind nur vor großen Turnieren von Nöten, ansonsten dienen sie den Verbänden allein zum Geldverdienen, auf Kosten der sportlichen Attraktivität und der Gesundheit der Spieler. So viel Ehrlichkeit muss sein. Auch wenn sie so provozierend-arrogant eingefordert wird wie von Thomas Müller.

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