Nationalismus? : Schwarz, Rot, Goldmedaille

Warum wir beim Tagesspiegel den Medaillenspiegel abdrucken und ins Netz stellen.

Markus Hesselmann

Immer zu Olympia machen sich Leser Sorgen um unsere politische Korrektheit, weil wir beim Tagesspiegel den Medaillenspiegel, die inoffizielle olympische Nationenwertung, in der Zeitung drucken und im Internet hochladen. Ein nationalistischer Rückfall! Und das auch noch in Deutschland!

Keine Sorge. Unser Eifer beim Auflisten von Gold, Silber und Bronze hat mit Nationalismus nichts zu tun. Wir wollen nur spielen. Der Medaillenspiegel macht die größtenteils so individualistischen Olympischen Spiele zum Mannschaftssport. Und mit einer Mannschaft zu fiebern macht einfach mehr Spaß. Das kennen wir vom Fußball.

In Vereinzelung hochtrainiert

Und so werden die unfassbaren Leistungen der in Vereinzelung hochtrainierten Superathleten ein bisschen heimgeholt. Zum Beispiel die von Jan Frodeno. Mit einer Zeit von 1:48:53,28 Stunden gewann der deutsche Triathlet in der Nacht Gold nach 1,5 Kilometern Schwimmen, 40 Kilometern Radfahren und 10 Kilometern Laufen.

So lange im Wasser, so lange auf dem Rad, so lange gerannt - das müsste eigentlich mit dreimal Gold gewertet werden. Das wäre nur gerecht. Und das wäre hilfreich. Wie Frodeno im Sprint zöge Deutschland im Medaillenspiegel an den Australiern vorbei, zurück auf Platz vier - Platz drei und die Briten wieder im Blick.

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