Nationalmannschaft : Abwehr mit "doppeltem Friedrich"

Nach der Absagenflut im Vorfeld der ersten EM-Qualifikationsspiele der deutschen Fußball-Nationalmannschaft wird Bundestrainer Joachim Löw offenbar zu keinen weiteren Umstellungen gezwungen.

Stuttgart - "Alle Spieler, die da sind, sind fit", sagte der neue Co-Trainer Hans-Dieter Flick in Stuttgart. Auch Arne Friedrich gehe es zwei Tage vor der Auftaktpartie gegen Irland in Stuttgart "dementsprechend gut. Er hat sehr gute Fortschritte gemacht und ist am Samstag voll einsatzfähig", betonte der 41-Jährige. Der Berliner war aufgrund einer Magen-Darm-Erkrankung erst am Vormittag ins Mannschaftstraining eingestiegen.

Das neue Trainergespann Löw/Flick muss in den anstehenden Qualifikationsspielen gegen Irland und vier Tage später auswärts in Serravalle gegen San Marino auf insgesamt sechs Spieler verzichten. Neben den vier etablierten WM-Innenverteidigern Per Mertesacker, Christoph Metzelder, Robert Huth und Jens Nowotny stehen auch Sebastian Kehl sowie Mike Hanke verletzungsbedingt nicht zur Verfügung.

Gegen die kampfstarken Iren soll laut Flick der Mainzer Manuel Friedrich an der Seite seines Berliner Namensvetters von Beginn an in der Innenverteidigung zum Einsatz kommen. Wie schon beim erfolgreichen Saisonstart gegen Schweden (3:0) Mitte August werden der Münchner Philipp Lahm auf rechts sowie der Mönchengladbacher Marcell Jansen auf links erwartet. Im Training habe diese Abwehrformation schon "schon ganz gut harmoniert", betonte Flick.

Ballack sieht sich in defensiver Rolle

Angesichts der "erheblichen Probleme im defensiven Bereich" ist nach Ansicht von Kapitän Michael Ballack aber auch das Mittelfeld gefordert. Zwar wisse er noch nicht, "wie uns der Trainer einstellt". Er gehe aber davon aus, dass er seine Rolle im Mittelfeld wie schon bei der Weltmeisterschaft deutlich defensiver auslegen werde, um der Mannschaft gemeinsam mit Torsten Frings mehr Stabilität zu verleihen. "Trotzdem wollen wir zu Hause natürlich offensiv spielen und gewinnen", betonte der 29-Jährige.

Der Neuzugang des englischen Meisters FC Chelsea räumte zugleich ein, dass er nach der Euphorie rund um die Heim-WM durchaus Schwierigkeiten habe, sich neu zu orientieren und motivieren. "Das wird nicht immer einfach", gestand Ballack. Für den dritten Platz und die Leistung bei der WM könne man sich nichts mehr kaufen. Er sei gespannt, wie die junge Mannschaft mit dem ständigen Druck des "Gewinnen Müssens" in der EM-Qualifikation umgehen werde. (tso/ddp)

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