Nationalmannschaft : Angeschlagener Lehmann kommt zum Fitnesstest

Trotz seiner Ellbogen- und Achillessehnenprobleme reist Nationaltorwart Jens Lehmann vom FC Arsenal am Dienstag zum Treffpunkt der Nationalmannschaft nach Köln. Dort absolvieren die EM-Kandidaten einen Fitnesstest.

Lehmann Foto: ddp
Jens Lehmann im Testspiel gegen England -Foto: ddp

Vor dem ersten Fitnesstest in der EM-Saison konnte Joachim Löw mit erfreulichen Nachrichten aus dem großen Verletztenlager der deutschen Fußball-Nationalmannschaft aufwarten. Torwart Jens Lehmann wird trotz seiner Ellenbogenverletzung und Achillessehnenbeschwerden an diesem Dienstag von London nach Köln reisen und kann wohl auch beim EM-Qualifikationsspiel am kommenden Samstag in Cardiff gegen Wales mitwirken. "Wir gehen davon aus, dass er morgen wieder ins Training einsteigt und auch am Wochenende spielen wird", berichtete Löw.

Nach der Tagung mit den Chefcoaches der Bundesliga-Clubs hatte der 47-Jährige eine weitere gute Kunde aus England parat. Kapitän Michael Ballack hat seine Knöchelverletzung nach gut vier Monaten und zwei Operationen endlich überwunden und soll bei den Länderspielen im Oktober gegen Irland und Tschechien wieder einsatzfähig sein. "Die Verletzung ist auskuriert. Es wird täglich besser. Es ist wichtig, dass er sich jetzt eine gute Basis aneignet", sagte Löw.

Eine Teilnahme am Fitnesstest in Köln käme für Ballack aber noch zu früh. "Obwohl er belastbar wäre, wäre das nicht in Ordnung. Sein Trainer in Chelsea muss entscheiden, wann er wieder einsteigt", begründete Löw den erneuten Verzicht auf seinen Kapitän. Nach dem immer wieder verzögerten Comeback Ballacks hatte es zuletzt Spekulationen um die tatsächliche Schwere der Fußblessur gegeben. "Wir hoffen, dass er im Oktober wieder dabei ist", sagte Löw.

Asamoah sagt ab

Nach der Absagenflut vor dem England-Spiel im August und der vor allem im Mittelfeld weiter angespannten Personallage für die Partien um EM-Punkte in Wales und am 12. September in Freundschaft in Köln gegen Rumänien musste der Bundestrainer aber zumindest nach dem vierten Bundesliga-Spieltag keine weiteren Absagen für seinen Kader hinnehmen. Nur Gerald Asamoah, der aber wie sechs weitere Akteure nur für den Fitnesstest eingeladen war, musste am Montagabend wegen einer Lebensmittelallergie passen und sich zur Beobachtung ins Krankenhaus begeben.

Alle 22 Spieler für die Spiele Cardiff und Köln werden am Dienstag am Rhein erwartet. Dort werden sich die Nationalspieler erstmals nach der WM wieder einer von Löws Vorgänger Jürgen Klinsmann eingeführten Leistungsprüfung unterziehen. Von den Ergebnissen erhofft sich Löw Aufschlüsse für die Trainingsarbeit in Richtung EM im Sommer 2008.

Den Bundesliga-Trainern gab Löw gemeinsam mit Teammanager Oliver Bierhoff schon am Montag einen Einblick in seine Planungen für die kommenden neun Monate bis zum EM-Start in Österreich und der Schweiz. Seinem Kader will Löw von Dienstag an die Marschroute für den Weg in die Alpenländer erläutern. "Wir werden das Team auf das Jahr einschwören", sagte der 47-Jährige. Vor dem England-Spiel hatte Löw darauf noch verzichtet, weil damals fast ein Dutzend Stammkräfte verletzt abgesagt hatte.

Torwartfrage ad acta gelegt

Mit der Genesung Lehmanns löst sich für Löw ein Problem, bevor es tatsächlich akut geworden ist. Bei einem Ausfall des Torwarts vom FC Arsenal hätte der Bundestrainer auf Timo Hildebrand setzen müssen, obwohl der Ex-Stuttgarter bei seinem neuen Club FC Valencia bislang nur zweite Wahl ist - oder mit einem Einsatz von Robert Enke eine Diskussion um die Nummer zwei im Tor heraufbeschworen. "Damit wollen wir uns jetzt gar nicht beschäftigen. Das Thema ist für uns nicht auf der Tagesordnung", wiegelte Bundestorwarttrainer Andreas Köpke ab. Lehmann hatte dem Ex-Nationalkeeper in einem Telefonat seine Einsatzbereitschaft signalisiert.

Nach den Personal-Debatten nach dem Testspiel mit einem "B-Team" gegen Dänemark (0:1) im vergangenen März nutzte Löw die Trainertagung auch schon zu Absprachen mit den Bundesliga-Coaches über seine Einsatzpläne für die Testpartie gegen Rumänien. "Es ist keine einfache Situation. Es ist möglich, dass es wieder Diskussionen geben wird", sagte Löw. Eine Überbelastung der Stammkräfte solle angesichts der bevorstehenden "Englischen Wochen" unbedingt verhindert werden. "Für uns ist wichtig, dass die Leistungsträger langfristig fit sind", sagte der Bundestrainer. Der Bremer Per Mertesacker werde daher gegen Rumänien "sicherlich nicht 90 Minuten zum Einsatz kommen". (mit dpa)

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