Nationalmannschaft : DFB-Team setzt auf ''Gewinner-Mentalität''

Joachim Löw lässt rotieren, aber trotz des Wechsels der halben Startelf soll die deutsche Nationalelf auch gegen die seit 14 Spielen unbesiegten Rumänen in der Erfolgsspur bleiben. Im Tor wird Timo Hildebrand stehen.

Klaus Bergmann,Arne Richter[dpa]
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Timo Hildebrand darf sich gegen Rumänien beweisen. -Foto: dpa

Köln"Wir haben eine sehr charakterstarke Mannschaft", betonte Bundestrainer Joachim Löw vor der Partie morgen (20:30 Uhr/ARD) im Kölner WM-Stadion und vertraut darum wie beim lockeren 2:0-Erfolg im EM-Qualifikationsspiel in Wales auf die "Gewinner-Mentalität" in seiner Truppe. Und obwohl er im vergangenen März mit einem B-Team im Testspiel gegen Dänemark Schiffbruch erlitt und beim 0:1 die bislang einzige Niederlage in seiner Amtszeit hinnehmen musste, will Löw von seiner Linie nicht abweichen: "Ich plane trotz allem einige Wechsel."

So radikal wie in Duisburg wird die Rotation allerdings nicht ausfallen, auch wenn es in allen Mannschaftsteilen Veränderungen geben wird. Im Tor bekommt Timo Hildebrand eine Bewährungschance über 90 Minuten, in der Innenverteidigung darf der Bremer Per Mertesacker pausieren. Das Mittelfeld um das erneut im Zentrum agierende Duo Bastian Schweinsteiger und Thomas Hitzlsperger wird dagegen mit dem gegen Wales gesperrten Bernd Schneider, der in seinem 80. Länderspiel auch wieder Kapitän sein wird, sogar verstärkt. Im Angriff ersetzt Löw den aktuell ersten Sturm mit Miroslav Klose und Kevin Kuranyi durch die "Kölner" Lösung: Lukas Podolski und Patrick Helmes.

Podolski und Helmes "torhungrig"

"Wir haben in Podolski und Helmes zwei Stürmer, die mit Vehemenz nachrücken und im Training einen torhungrigen Eindruck gemacht haben. Sie spielen in ihrem Wohnzimmer von Anfang an", verkündete Löw bei der Pressekonferenz an der Deutschen Sporthochschule in Köln, was ihm spontanen Applaus der gespannt lauschenden Studenten eintrug.

Die Entscheidung, Klose und Kuranyi zu schonen, sei kein Zugeständnis an den FC Bayern und Schalke 04, die am Samstag im Bundesliga-Topspiel in München aufeinandertreffen. "Es gab weder sanften noch verstärkten Druck", versicherte Löw. Trotzdem räumte der 47-Jährige ein, dass er bei einem Testspiel die Vereinsinteressen mit im Blick habe, gerade kurz vor dem Start von Champions League und Uefa-Cup. "Wir wollen ja auch, dass die deutschen Mannschaften da gute Ergebnisse erzielen", sagte der Bundestrainer.

Einsatz von Christian Pander fraglich

Ein Fragezeichen steht noch hinter der Fitness von Christian Pander (Oberschenkel-Prellung). Beim Schalker soll aber alles versucht werden, damit er wenigstens "45 Minuten einsatzfähig sein wird", berichtete Löw. Bayern-Profi Marcell Jansen müsste dann links in der Viererkette nicht durchspielen.

Mit einer stark ersatzgeschwächten Mannschaft hatte Ex-Teamchef Rudi Völler kurz vor der EM 2004 beim letzten Vergleich mit Rumänien in Bukarest eine blamable 1:5-Niederlage kassiert. Das wird sich nicht wiederholen, versicherte jedoch Hitzlsperger, der vielmehr an eine erfolgreiche Revanche glaubt: "Die Rumänen werden uns fordern, aber mit einer ähnlich guten Leistung wie in Wales können wir es uns wieder einfach machen", sagte der Stuttgarter.

Löw: Hildebrand muss in Valencia die Nummer eins werden

Besonders wichtig ist das Länderspiel für Hildebrand und Podolski. Hildebrand, der vor drei Jahren beim 1:5-Debakel in Bukarest sein Debüt im Nationalteam feierte ("Es hat mich sehr gefreut, damals beim Stand von 0:4 reinzukommen"), darf um seine Position als Nummer zwei hinter Lehmann und vor dem Hannoveraner Robert Enke kämpfen. "Wir wollen Timo die Möglichkeit geben, sich über 90 Minuten zu präsentieren", sagte Löw, der weiß, dass Hildebrands Reservistenrolle beim FC Valencia hinter Santiago Canizares irgendwann auch für ihn zum Problem werden könnte: "Timo bleibt nur übrig, jeden Tag zu arbeiten und irgendwann in Valencia die Nummer eins zu werden."

Auch Podolski will sein Heimspiel in Köln dazu nutzen, sich nach seiner langwierigen Knie-Verletzung für den Konkurrenzkampf mit den beiden Weltklassestürmern Klose und Luca Toni beim FC Bayern in Position zu bringen. "Mein erstes Jahr bei Bayern war natürlich nix. Aber das Knie ist wieder okay, ich kann wieder voll angreifen", verkündete Podolski. Löw will den 22-Jährigen, der in 39 Länderspielen schon 22 Treffer erzielte, unterstützen: "Lukas hat 2005 und 2006 viel für die Nationalmannschaft geleistet. Wir müssen ihn wieder heranführen." Das Vertrauen will Podolski mit Toren zurückzahlen - am liebsten schon in seinem Kölner "Wohnzimmer".

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