Nationalmannschaft : "Fall Ballack" bleibt dubios

Ein Comeback des verletzten Nationalspielers Michael Ballack ist immer noch nicht absehbar. Selbst für eine Prognose ist Teamarzt Müller-Wohlfahrt nicht zu haben.

Ballack
Seltener Anblick: Michael Ballack im Nationalmannschafts-Trikot. -Foto: ddp

MünchenMichael Ballacks Kampf um ein Comeback bleibt undurchsichtig. Noch immer ringt der Kapitän der deutschen Nationalmannschaft nach zwei Operationen am Sprunggelenk und mehreren Rückschlägen um die Rückkehr ins Mannschafts-Training beim FC Chelsea. DFB-Arzt Hans-Wilhelm Müller-Wohlfahrt, der Ballack zuletzt vor dem EM-Qualifikationsspiel in Irland nochmals untersucht hatte, will keine konkrete Prognose über den weiteren Genesungsprozess beim Ex-Münchner abgeben. "Michael macht ein hervorragendes Programm, das mit den englischen Betreuern abgestimmt ist", berichtete Müller-Wohlfahrt und gab als Zeitraum für die Aufnahme des Mannschafts-Trainings "in absehbarer Zeit" und in "ein paar Wochen" an.

DFB-Teammanager Oliver Bierhoff hatte vor fünf Tagen nach einem Gespräch mit Ballack noch erklärt: "Michael ist zuversichtlich, dass er beim FC Chelsea in zehn Tagen wieder ins Mannschaftstraining einsteigen kann." Die sportliche Leitung der Nationalmannschaft glaubt: "Die schwierigste Phase ist überwunden." Doch der Zeitpunkt eines Comebacks ist offenbar nicht absehbar. Ballack hatte sich die schwere Fußverletzung am 22. April im Punktspiel des FC Chelsea bei Newcastle United (0:0) durch ein Foul eines Gegenspielers zugezogen.
        
"Man kann zuversichtlich Richtung EM sein"

Wieso sich die Genesung inzwischen ein halbes Jahr hinzieht, bleibt unklar. "Ich bin nicht befugt, darüber zu sprechen", erklärte Nationalmannschaftsarzt Müller-Wohlfahrt, auf dessen Initiative Ballack erstmals operiert worden war. Bei dem Eingriff wurde ein Knorpelstück aus dem Gelenk entfernt. Chelsea hatte die Operation zunächst nicht für notwendig erachtet. Danach war es zu größeren Spannungen zwischen dem Londoner Club und dem Deutschen Fußball-Bund (DFB) gekommen, zumal der FC Chelsea seinen Mittelfeldstar aus Verletzungsgründen nicht für die Vorrunde der Champions League nominierte.

Nach den jüngsten Untersuchungen an Ballacks zwei Mal operierten linken Sprunggelenkes hatte Bierhoff erleichtert festgestellt, dass zumindest "eine gewisse Unsicherheit weg" sei, dass "noch etwas Komplizierteres" am Gelenk sein könnte. Der DFB-Manager blickte schon langfristig voraus: "Man kann zuversichtlich Richtung EM sein." Sein letztes Länderspiel hatte Ballack beim 2:1-Hinspielsieg gegen die Tschechen am 24. März in Prag absolviert. (mit dpa)    

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