Nationalmannschaft : Im Sturm gegen die Schweiz

Mario Gomez ist neu im Team, Kevin Kuranyi wieder zurück: Bundestrainer Joachim Löw hat das Testspiel gegen die Schweiz zum großen Stürmertest erklärt. Die EM-Qualifikation soll sich so früh wie möglich entscheiden.

Düsseldorf - Löw will auf dem Weg zur schnellstmöglichen EM-Qualifikation alle seine Angreifer unter die Lupe nehmen: "Es ist gut möglich, dass alle vier zum Einsatz kommen." Löw kündigte vor der Testpartie gegen den EM-Gastgeber am Mittwoch eine Offensivrotation zwischen Miroslav Klose, Mike Hanke, Kevin Kuranyi und Mario Gomez an. WM-Verlierer Kuranyi kommt damit nach 15 Monaten zu seinem Comeback in der deutschen Fußball-Nationalmannschaft - und Gomez ist unter Löw der siebte DFB-Neuling.

Der am Daumen verletzte Klose kann über seinen Einsatz selbst entscheiden. "Wenn er das Signal gibt, dass er keine Angst in den Zweikämpfen hat, wird er von Anfang an spielen", so Löw. Offenbar plant er mit dem Wolfsburger Hanke in der Startformation. Die knappe Zeit in Düsseldorf mit nur einem gemeinsamen Training nutzte der Bundestrainer auch zu Einzelgesprächen mit allen 21 Spielern, inklusive dem gegen die Schweiz gesperrten Angreifer Lukas Podolski. "Wir haben klare Zielvorgaben formuliert", sagte Löw, "wir wollen uns so schnell wie möglich qualifizieren und nicht wie in der Vergangenheit erst am letzten Spieltag."

Beckenbauer warnt vor Leichtsinn

Der Bundestrainer baut dabei auch auf den Enthusiasmus des WM-Jahres. "Wir freuen uns, dass es nach einer etwas längeren Länderspielpause wieder losgeht. Es ist gut, dass der Fußball wieder in den Mittelpunt rückt." Zuspruch - aber auch eine Mahnung zur Konzentration auf die neuen Aufgaben - bekamen die Nationalspieler von Franz Beckenbauer. "Ich sehe die EM-Qualifikation nicht in Gefahr, höchstens wenn sie leichtsinnig werden, aber das glaube ich nicht."

Am Tag vor dem Testlauf für das EM-Qualifikationsspiel am 24. März in Tschechien, bei dem vor allem ein Ersatzmann für den in Prag gesperrten Klose gefunden werden soll, tappte Löw bei seinen Personalplanungen selbst noch etwas im Dunkeln. Erst am Dienstagabend stand bei minimaler Vorbereitungszeit das einzige Training mit dem kompletten Kader auf dem Programm. "Ich muss mir ein Bild machen und werde dann nach den Eindrücken eine Entscheidung fällen", sagte er.

"Nationalelf ist eine Oase für die Spieler"

Eine Einsatzgarantie für das Schweiz-Spiel bekamen die von der Bayern-Krise geplagten Münchner Bastian Schweinsteiger und Philipp Lahm. "Die Nationalelf ist wie eine Oase für die Spieler. Mit der Luftveränderung können sie vom Alltag wegkommen", meinte Löw. Erst am Spieltag will sich der 47-Jährige entscheiden, ob das WM-Duo Per Mertesacker und Christoph Metzelder erstmals seit dem Sommer 2006 wieder die Innenverteidigung bildet. "Wir sind froh, dass sie beide wieder dabei sind und in der Bundesliga regelmäßig zum Einsatz kommen konnten", sagte Löw. Dabei lobte er auch die Ersatzmänner Manuel Friedrich und Arne Friedrich, der wohl wie bei der WM auf die rechte Verteidiger-Position ausweicht.

Für Kuranyi endet in Düsseldorf eine lange "Leidenszeit". Erstmals seit dem 0:0 in Frankreich im November 2005 ist der für die WM ausgebootete Stürmer wieder an Bord. "Ich freue mich sehr, dass ich wieder dabei bin. Ich habe über meine Fehler nachgedacht und wollte unbedingt wieder Erfolg haben." Er wolle wieder bei Null anfangen. Löw lobte Kuranyi für seine Leistungssteigerung nach den schweren Tagen. "Er hat seine Torgefahr wiedergefunden und erheblichen Anteil daran, dass Schalke oben steht."

Gomez auf Wolke sieben

Vorerst schwebt Neuling Mario Gomez nach seinem "Doppelpack" gegen Bielefeld, der Nationalmannschafts-Nominierung und dem Siegtor am Wochenende beim Stuttgarter 1:0-Sieg in Dortmund auf Wolke sieben. "Sportlich gesehen war es die beste Woche in meinem Leben. "Es ist für mich ein großes Highlight, hier dabei zu sein", sagte der 21-Jährige. Kuranyi bezeichnete er als Vorbild aus gemeinsamen Stuttgarter Tagen. "Er hat gezeigt, wie es geht." (Von Arne Richter und Klaus Bergmann, dpa)

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