Nationalmannschaft : Lehmann in England in der Kritik

Nach zwei Fehlern in der Premiere League hat die englische Presse Jens Lehmann unschmeichelhaft "Pannen-Jens" getauft. Die deutsche Nummer eins nimmt die harsche Kritik mit Humor.

Lehmann
In der Kritik. Jens Lehmann bleibt trotz zweier Patzer gut gelaunt. -Foto: AFP

LondonBeim FC Arsenal unterliefen Jens Lehmann zum Saisonstart zwei für ihn selbst unfassbare Fehler, doch vor seinem "Heimspiel" mit der Nationalmannschaft in England will Deutschlands Nummer 1 von einer drohenden Formkrise nichts wissen. "Die Fehler waren so simpel. Die habe ich im ganzen Leben noch nicht gemacht. Ich weiß, woran es lag", sagte der Torwart in seiner Wahlheimat London. Erst 32 Stunden vor dem Anstoß zum Länderspiel im neuen Wembleystadion stieß der Schlussmann der "Gunners" zum DFB-Team. Bundestrainer Joachim Löw hatte auf seine Anwesenheit beim Treffpunkt in Frankfurt verzichtet und seinem Torwart somit einen Hin- und Rückflug erspart.

Trotz der in der englischen Presse ausgiebig kritisierten Patzer ("Pannen-Jens") in der Premier League gegen den FC Fulham und am Sonntag bei den Blackburn Rovers genießt Lehmann bei Löw volles Vertrauen. "Jens Lehmann ist die Nummer eins", betonte der Bundestrainer vor dem Abflug nach London.

Lehmann nimmt's mit Humor

Lehmann selbst fand schon ein Schmunzeln für seine ungewöhnlichen Aussetzer, die zumindest seine Position als Stammkraft bei Arsenal schwächen. "Es war die erste Ballberührung der Saison, und ich habe mich selbst angeschossen", beschrieb er den ersten Fehler gegen Fulham. In Blackburn war ihm der Ball durch die Arme gerutscht. "Ich habe ansonsten gut gespielt. Ich muss meinen Stil jetzt nicht überdenken", sagte der 37-Jährige - wollte aber auch den ihm angeblich bekannten Grund für die Fehler nicht nennen. "Es sind ja auch Engländer hier, und denen will ich nicht verraten, woran es lag", sagte er auf der Pressekonferenz.

Unter besonderer Beobachtung fühlt er sich auch in England nicht und freut sich besonders auf seinen ersten Auftritt im Wembleystadion. In der alten Arena hatte Lehmann nie gespielt. Schon am Freitag nutzte Lehmann die Chance, sich in Englands neuem Fußballtempel umzuschauen. "Das ist eine faszinierende Arena, die größte in Europa neben Barcelona. Wenn sie voll ist, was wird das für eine tolle Atmosphäre sein", sagte er.

Nach vier Jahren in London hat sein 47. Länderspiel automatisch einen besonderen Reiz - und stürzt seine Freunde in der Wahlheimat in einen Gewissenskonflikt. "Ich habe ja eine gewisse Nähe zu England. Wir haben einige englische Freunde, und die sind nun zwiegespalten, zu wem sie halten sollen", berichtete Lehmann. (mit dpa)

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