Nationalmannschaft : Löw befördert Schweinsteiger zum Juniorchef

Bundestrainer Löw kann im EM-Qualifikationsspiel gegen Wales wieder auf die Schlagkraft der Bayern-Stars Podolski, Klose und Schweinsteiger bauen. Noch unklar ist dagegen der Einsatz von Keeper Jens Lehmann.

Klaus Bergmann[dpa]
Schweinsteiger
Leitwolf? Bastian Schweinsteiger, hier im Spiel gegen Zypern. -Foto: ddp

MünchenJoachim Löw muss noch auf das endgültige "grüne Licht" von Jens Lehmann warten, dafür kann der Bundestrainer für das EM-Qualifikationsspiel gegen Wales wieder mit der geballten Kraft der Bayern-Stars planen. Nach dem Ausfall der weiterhin verletzten Leistungsträger Michael Ballack und Torsten Frings sowie des gesperrten Leverkuseners Bernd Schneider kommt Löw dabei insbesondere die Rückkehr von Bastian Schweinsteiger im personell extrem geschwächten Mittelfeld wie gerufen.

Löw beförderte den 23 Jahre jungen Münchner sogar zum Aushilfs-Chef in der deutschen Schaltzentrale für das erste Punktspiel der EM-Saison in Cardiff: "Schweinsteigers Rückkehr ist schon wichtig. Er gehört zu den Spielern mit einer gewissen Erfahrung. Er gibt unserem Spiel wichtige Impulse", sagte Löw.

Alter Hase Schweinsteiger

Schweinsteiger ist mit 43 Länderspielen der mit Abstand erfahrenste Akteur unter den fünf Mittelfeld-Youngstern im 22-köpfigen Aufgebot des Bundestrainers für die Partie gegen Wales sowie das Freundschaftsspiel vier Tage später gegen Rumänien. Der WM-Liebling absolvierte sein letztes Länderspiel ebenso wie sein am Knie operierter Vereinskollege Lukas Podolski am 24. März beim 2:1- Sieg gegen Tschechien. Neben Schweinsteiger und Podolski kehren auch die beim jüngsten 2:1-Prestige-Erfolg gegen England fehlenden Bayern-Profis Miroslav Klose und Marcell Jansen sowie der Stuttgarter Torjäger Mario Gomez ins DFB-Team zurück.

"Es ist erfreulich, dass sich die personelle Situation ein wenig entspannt hat und mehrere wichtige Spieler wieder zur Verfügung stehen", kommentiert Löw. Insbesondere im Angriff bestehen mit Klose und Gomez wieder mehr Möglichkeiten, nachdem der DFB-Cheftrainer beim Sieg gegen England erstmals in seiner Amtszeit mit nur einer Spitze (Kevin Kuranyi) antrat. Podolski ist nach seiner langwierigen Verletzung eher ein Kandidat für das Testspiel gegen Rumänien: "Ich wollte Lukas zurücknehmen in den Kreis der Mannschaft und will sehen, wie seine Form und wie belastbar er wieder ist", begründete der Bundestrainer die Berufung des ehemaligen Kölners.

Lehmann "auf dem Weg der Besserung"

Mit der Nominierung des Hannoveraners Robert Enke neben Lehmann und Timo Hildebrand hat sich Löw auch auf der Torhüter-Position abgesichert. Der Bundestrainer rechnet für Wales zwar fest mit dem Einsatz des angeschlagenen Lehmann, "aber eine Entscheidung fällt erst am Sonntag". Dann hat er sich mit Lehmann, der sich noch mit Achillessehnen- und Ellbogen-Problemen herumschlägt, zu einem weiteren Telefonat verabredet: "Er ist auf dem Weg der Besserung. Wir gehen davon aus, dass er in der nächsten Woche wieder belastbar ist."

Als Fingerzeig in der Torhüter-Hierarchie darf die Einladung des 21-jährigen Schalkers Manuel Neuer zum Fitnesstest des erweiterten Nationalmannschafts-Kaders am kommenden Dienstag bewertet werden. Der U 21-Nationalkeeper ist vorerst an dem Bremer Tim Wiese, Dortmunds Roman Weidenfeller und dem Neu-Stuttgarter Raphael Schäfer vorbeigezogen, auch wenn Löw bemerkte: "Wir sollten wegkommen von Nummer eins, zwei, drei, vier."

Die beiden 20 Jahre jungen Talente Serdar Tasci (VfB Stuttgart) und Gonzalo Castro (Bayer Leverkusen) werden nach dem Fitnesstest zunächst zur U 21-Auswahl reisen und diese im EM-Qualifikationsspiel am kommenden Freitag in Nordirland verstärken. Tags darauf stoßen sie wieder in Wales zum A-Kader. Erst nach der Rückkehr aus Cardiff will Löw entscheiden, ob Routinier Schneider für das Testspiel gegen Rumänien nachnominiert wird.

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