Nationalmannschaft : Löw spricht – mit milder Schärfe

Der Konflikt des Bundestrainers mit Kapitän Michael Ballack ist nun offiziell beendet.

Stefan Hermanns
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Joachim Löw.Foto: dpa

Der Nationalspieler Simon Rolfes erlebt in diesen Tagen eine Art Identitätskrise. Immer wieder sieht er sich mit der Frage konfrontiert, wie alt er sich denn eigentlich fühle. Beim Blick auf den Kader der Nationalmannschaft für das Spiel gegen England könnte sich der Leverkusener mit seinen 26 Jahren ziemlich alt vorkommen: Von den 18 Feldspielern sind nur drei älter. Nimmt man die Zahl der Länderspiele (16) als Maßstab, ist Rolfes noch ein richtiger Frischling. Das hat er am Montag erfahren, als die Fußballer von Angela Merkel ins Kanzleramt geladen waren. Für viele Nationalspieler ist das wie ein Besuch bei einer alten Bekannten, für Rolfes war es eine ganz neue und aufregende Erfahrung zu sehen, „wie so eine Regierung sozusagen haust“.

Am Montag hatte die Nationalmannschaft also in jeder Hinsicht „ein scharfes Programm“ zu bewältigen, wie ihr Manager Oliver Bierhoff es ausdrückte. Die brisanten Punkte aber wurden im Eilverfahren abgehandelt. Gleich nach der Rückkehr aus dem Kanzleramt bat Bundestrainer Joachim Löw zur Ansprache – sie dauerte nicht mal eine Viertelstunde und fiel längst nicht so scharf aus, wie man es hätte vermuten können. Einen Benimmkatalog gab es nicht und auch sonst wenig Neues. „Wir Spieler wussten ja schon, dass es so nicht geht“, sagte Bastian Schweinsteiger zum Streit zwischen Löw und Michael Ballack sowie Torsten Frings. Die beiden Revoluzzer machten laut Bierhoff einen sehr einsichtigen Eindruck. „Es war aber auch nicht so, dass der Trainer sie noch mal durch die Manege gezogen hat.“

Das Thema ist damit auch offiziell zu den Akten gelegt. Genauso wie die Frage, wie die Nationalspieler für eine erfolgreiche Qualifikation zur Weltmeisterschaft 2010 entlohnt werden. Nach einer Dreiviertelstunde war bereits alles erledigt: Wer bei allen Qualifikationsspielen zum Kader gehörte, erhält 200 000 Euro, das sind 50 000 mehr als für die Qualifikation zur Europameisterschaft 2008.

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