Sport : Nationalmannschaft: Was wirklich wichtig ist (Glosse)

Benedikt Voigt

Gratulation, Deutscher Fußball-Bund, das ist ja eine richtig schmucke Auswahl, die du da zusammengestellt hast. Und damit meinen wir noch nicht mal den Waschbrettbauch von Mehmet Scholl, den es am Mittwoch im Zweiten Deutschen Fernsehen so detailliert zu bewundern gab. Nein, Deutscher Fußball-Bund, das war richtig gut, wie du gegen Spanien vier Tore geschossen hast, und es war noch besser, dass du ins eigene Tor nur einen Ball reingelassen hast. Wir hatten das nämlich anders in Erinnerung. Aber da ist noch diese Frage, die uns keine Ruhe lässt, und die wir an die Herren Eurpameisterschafts-Teilnehmer namens Kahn, Rehmer, Nowotny, Linke, Deisler, Ramelow, Ballack, Hamann, Bode, Jancker, Rink und Scholl weiterreichen wollen: Haben Sie vielleicht etwas nicht verstanden?

In anderen Ländern ist das nämlich so: Die Nationalspieler zeigen ihre beste Leistung dann, wenn ein besonderer Anlass ansteht. Sagen wir, eine Fußball-Europameisterschaft. Und nicht ein Freundschaftsspiel. Womit der Erfolg vom Mittwoch gar nicht in Frage gestellt werden soll. Es war ja hübsch anzusehen, die vielen Tore und die vielen Zuschauer, die sich mit dem neuen Teamchef Rudi Völler freuten, dass alles jetzt so gut läuft. Wir aber wollen ein bisschen vorbeugen und haben uns den Spielplan angesehen. Also, am 2. September ist ein Länderspiel in einem Wettbewerb angesetzt, der sich Qualifikation zur Weltmeisterschaft 2002 nennt. Für die Nationalspieler, die offensichtlich Schwierigkeiten haben, die Bedeutung von Fußballspielen richtig einzuordnen, sei der Hinweis gestattet: Dieses Spiel ist wichtiger als die Partie gegen Spanien. Noch wichtiger.

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