Nationalspielerin Celia Sasic : Rücktritt statt dualer Karriere

Celia Sasic will nicht zu Olympia 2016 in Rio. Die Fußballerin will lieber ihr Studium beenden, arbeiten, eine Familie gründen. Dieser Schritt verdient Respekt – hinterlässt aber auch einige Fragen. Ein Kommentar.

von
Celia Sasic kehrt dem Fußball komplett den Rücken.
Celia Sasic kehrt dem Fußball komplett den Rücken.Foto: dpa

Nach dem gewonnen Finale tobten die Weltmeisterinnen mit ihren Kindern über den Kunstrasen von Vancouver. Die US-Amerikanerinnen Christie Rampone, Amy Rodriguez und Shannon Boxx hatten bewiesen, dass man auch als Mutter sehr erfolgreich Fußball spielen und Pokale gewinnen kann. Die Sache mit den Kindern kann sich auch Celia Sasic gut vorstellen, die Jagd nach Pokalen hat sie allerdings für sich abgehakt. Das Beispiel der deutschen Nationalspielerin, die gestern ihr Karriereende verkündete, zeigt: Für Frauen ist der Fußball als Beruf kaum die erste Option, zumindest nicht in Deutschland.

Celia Sasic ist gerade Torschützenkönigin der Weltmeisterschaft geworden, die Champions League hat sie mit dem 1. FFC Frankfurt gewonnen und auch in diesem Wettbewerb die meisten Treffer erzielt. Mit 27 Jahren ist sie im besten Fußballalter, im kommenden Sommer wartet mit den Olympischen Spielen in Rio de Janeiro der nächste sportliche Höhepunkt auf sie. Mit ihrem Karriereende verzichtet Sasic nicht nur auf sportliche Erfolge, sondern auch auf ordentliche Einkünfte. Aber Sasic will lieber ihr Studium beenden, arbeiten, eine Familie gründen.

Frauenfußball bietet hierzulande immer noch zu wenig Anreize

Bemerkenswert ist, dass Celia Sasic einen wirklichen Schlussstrich gezogen hat und eine duale Karriere als Fußballerin, Uni-Absolventin und Mutter für sich ausschließt. Im Gegensatz zur schwangeren Nationalspieler Fatmire Alushi, die nach der Geburt ihres Kindes unbedingt auf den Platz zurückkommen will, kehrt Sasic dem Fußball komplett den Rücken.

Dieser Schritt verdient Respekt – hinterlässt aber auch einige Fragen. Anscheinend bietet der Frauenfußball hierzulande immer noch zu wenig Anreize, um ihn zum Lebensinhalt zu machen. Selbst wenn man so talentiert ist wie Celia Sasic.

Autor

1 Kommentar

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben