Nationalteam : Löw: Bremen ist Vorbild

Joachim Löw sieht in Werder Bremen wegen der Vielzahl an deutschen Spielern ein Vorbild für die Bundesliga. Aber auch den anderen deutschen Champions-League-Teilnehmern traut der Bundestrainer viel zu.

Berlin - Unabhängig von den zum Teil schweren Vorrundengegnern traut Bundestrainer Joachim Löw den Bundesligisten in der Champions League in dieser Saison einiges zu. "Bei Bayern München erwartet man einfach, dass sie sich in ihrer Gruppe durchsetzen", sagte Löw. Auch der Hamburger SV habe sicherlich Chancen, kalkuliert Löw. Selbst Werder Bremen sieht er in der Gruppe A gegen die Mitfavoriten FC Barcelona und FC Chelsea nicht chancenlos. "Bremen hat zwar die schwerste Gruppe, aber Werder ist ja auch in der Lage, gegen die Topmannschaften gut zu spielen", betonte der Bundestrainer. "Bremen traue ich durchaus zu, dass sie es vielleicht schaffen, die Gruppenphase zu überstehen."

Er glaube, alle deutschen Teams hätten die Möglichkeiten, das Achtelfinale zu erreichen - danach müsse man dann weiter sehen, fasste Löw seinen Ausblick zusammen. Dabei liegen ihm die Bremer besonders am Herzen, denn "Bremen hat mit den vielen deutschen Nationalspielern auch eine Vorbildfunktion für die Nationaltrainer", berichtete der ranghöchste Trainer des Deutschen Fußball-Bundes (DFB). Er wünsche sich natürlich, dass möglichst viele Deutsche möglichst lange in der Champions League spielen, denn die Champions League "ist das höchste Niveau, auf Vereinsebene Fußball zu spielen", so Löw.

Defensive macht Sorgen

Für die Länderspiele Anfang Oktober gegen Georgien (7. Oktober) und in der EM-Qualifikation in der Slowakei (11. Oktober) bereitet Löw die Defensive nach wie vor Sorgen. "Leider hat sich Manuel Friedrich jetzt verletzt, ich bin mir noch nicht hundertprozentig sicher, ob er im Oktober wieder bereit steht", sagte der 46-Jährige. Manuel Friedrich hatte sich im Länderspiel in San Marino (13:0) am Meniskus verletzt und muss voraussichtlich drei Wochen pausieren.

Allerdings gehe er davon aus, dass Per Mertesacker im Oktober wieder zur Verfügung stehe, betonte der Bundestrainer. "Wenn Per jetzt demnächst seine ersten Spiele für Werder Bremen macht, könnte ich mir vorstellen, dass wir auf ihn wieder zurückgreifen", so Löw. Dagegen müsse man bei Robert Huth abwarten, wie die nächsten Wochen in England verlaufen und ob er regelmäßig zum Einsatz komme. "In der Vergangenheit hat Huth aber gezeigt, dass er da ist, wenn man ihn braucht, zuletzt bei der WM gegen Ecuador", ergänzte Löw gleichwohl. Trotz aller Personalprobleme in der Abwehr gab sich der Bundestrainer aber entspannt und bemerkte scherzhaft: "Ansonsten stellen wir den Lahm in die Innenverteidigung, weil der alles spielen kann."

Keine Fitness-Tests mehr in diesem Jahr

Obwohl Löw grundsätzlich an den unter Jürgen Klinsmann eingeführten Fitness-Tests der Nationalspieler festhalten will, plant er für dieses Jahr keinen Test mehr. Ein Test habe in diesem Herbst keinen Sinn, weil die Nationalspieler nach der Weltmeisterschaft keine reguläre Vorbereitung absolviert hätten, begründete der frühere Assistent von Klinsmann sein Vorgehen. Tests machten nur Sinn, wenn die Spieler auch zusätzlich trainieren könnten, hob Löw hervor, "aber jetzt bei den vielen Spielen während der englischen Wochen ist es für die Spieler nur wichtig, die Partien zu überstehen und einigermaßen ihre Form zu halten."

Auf die Berufung weiterer Nachwuchstalente in die A-Nationalmannschaft will der Bundestrainer bis zum Jahresende weitgehend verzichten. Zwar habe die A-Mannschaft grundsätzlich Priorität, aber die U21 habe jetzt zwei wichtige Spiele gegen England in der Qualifikation für die Junioren-Europameisterschaft, erklärte Löw seinen vorläufigen Verzicht. "Piotr Trochowski werde ich bei der U21 belassen, denn wir haben in der A-Mannschaft mit Spielern wie Michael Ballack, Bastian Schweinsteiger, Tim Borowski und anderen ein großes Angebot im Mittelfeld", führte Löw als Beispiel an. Es sei besser, wenn ein Spieler wie Trochowski der U21 in wichtigen Partien helfe und spiele, als dass er beim A-Team auf der Bank sitze, ist Löw überzeugt. (tso/ddp)

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