Nationaltorhüter : Wieder draußen

Die beiden deutsche Torwarte, Jens Lehmann und Timo Hildebrand, sind in ihren Klubs nur Ersatz. Den Bundestrainer dürfte das nicht erfreuen. Im Tor bekommt er damit langsam ein Problem.

Berlin - Jens Lehmann und Timo Hildebrand sind nach ihren Einsätzen für die deutsche Fußball-Nationalmannschaft wieder in der Realität gelandet. Bei ihren Vereinen, dem FC Arsenal und dem FC Valencia, kamen sie am Wochenende nicht zum Einsatz, Lehmann musste sich den 2:0-Sieg gegen den Tabellenletzten Bolton Wanderers sogar von der Tribüne aus ansehen. Trotzdem erhielt die Nummer eins der deutschen Nationalmannschaft überraschenden Zuspruch – von Uli Hoeneß, dem Manager des FC Bayern München: „Lehmann muss bei der Europameisterschaft auf jeden Fall spielen, selbst wenn er bei Arsenal gar kein Spiel mehr machen sollte.“

Hoeneß sagte, über die Personalie Lehmann dürfe es überhaupt keine Diskussion geben: „Wir müssen in Deutschland verrückt sein. So eine Diskussion darf man definitiv gar nicht beginnen.“ Auch die deutsche Nummer zwei, Timo Hildebrand, saß beim 4:2-Sieg seines FC Valencia in La Coruña wieder auf der Bank, für ihn kehrte Santiago Cañizares ins Tor zurück. „Ich sehe keinen Grund, warum ich in Valencia nicht wieder spielen sollte“, hatte Hildebrand noch in der vorigen Woche erklärt. Auch für Bundestrainer Joachim Löw kam der Rückschlag überraschend, da „beide in guter Form sind“. Näher wollte er sich nicht äußern, ohne mit den Beteiligten gesprochen zu haben.

Uli Hoeneß findet es „total ungerecht, anpassend und unangebracht, über Lehmann zu diskutieren. Er ist ein Super-Torwart.“ Solange er in den Länderspielen seine Leistung bringe, gebe es in der Nationalmannschaft keinen Grund, in der Torwartfrage etwas zu ändern. Einen Grund, seinen Torhüter zu wechseln, sieht derzeit wohl auch Arsenals Trainer Arsène Wenger nicht. Mit Lehmanns Vertreter Manuel Almunia haben die Londoner ihre Tabellenführung in der Premier League gefestigt. Zu Lehmann sagte Wenger: „Er hat gut für Deutschland gespielt, aber er muss geduldig sein und um seinen Platz kämpfen. Es gibt kein persönliches Problem, ich schätze ihn als Menschen und Spieler.“ dpa

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