Nationaltrainer : Schweiz freut sich auf Hitzfeld

Vom Bayern- zum "Nati"-Trainer: Die bevorstehende Unterschrift von Ottmar Hitzfeld unter den Vertrag als neuer Schweizer Nationalcoach weckt im Land des EM-Gastgebers große Erwartungen.

Heinz-Peter Dietrich[dpa]
Hitzfeld
Ottmar Hitzfeld will die Schweiz zur WM 2010 führen. -Foto: dpa

Genf"Eine starke Lösung", nannte der "Tages-Anzeiger" die am Sonntag publik gewordene Entscheidung für Bayern-Coach Hitzfeld als Nachfolger des populären Köbi Kuhn für die Zeit nach der EM. Und das Boulevard-Blatt "Blick" nannte den 59-Jährigen einen "unermüdlichen Kämpfer". Am Wochenende hatte die SFV-Führungsriege in einem Gespräch mit Hitzfeld, der in München im Sommer Platz für Jürgen Klinsmann macht, nach eigenen Angaben Übereinstimmung in den wesentlichen Verhandlungspunkten erzielt. Bis Ende Februar sollen alle Details geklärt sein.

Lob für Hitzfelds Mut

Hitzfeld soll die Schweiz zur WM 2010 in Südafrika führen. Als Nachfolger von Kuhn übernimmt er allerdings keine sehr selbstbewusste Mannschaft - wie immer die EM für die Schweizer auch ausgehen wird. Träume auf einen EM-Titel darf man zwar hegen, doch so recht glauben will dies bei den Eidgenossen niemand. Und so wird denn auch der Mut Hitzfelds gelobt, sich von München aus noch weiter nach Süden zu orientieren. "Wieso also tut er sich das an? Setzt sein ganzes Renommée aufs Spiel, um am Ende seiner ruhmreichen Karriere den Nervenkitzel auf der Trainerbank der Nationalmannschaft zu erfahren", fragte "Blick".

Hitzfeld hatte Anfang Januar seinen Abschied beim FC Bayern zum Saisonende bekanntgegeben und später in einem Interview seine Bereitschaft für das Amt des "Nati"-Trainers signalisiert " Ich glaube schon, eine Erfahrung als Nationaltrainer zu machen, das wäre eine große Sache. Der Druck und die Erwartungshaltung wären auch in der Schweiz groß, aber es wäre alles überschaubar", sagte Hitzfeld, der schon als Spieler und Vereinscoach mehrere Jahre in der Schweiz arbeitete und zwischen 1972 und 1991 diverse Titel gewinnen konnte.

Geld spielt keine Rolle

Für die "Basler Zeitung" ist Hitzfeld ein immer fair agierender Fußballlehrer, der vor allem beim Geld große Abstriche machen müsse. Sein Vorgänger Köbi Kuhn verdient rund 600.000 Franken (über 370.000 Euro) pro Jahr. In München bekommt Hitzfeld ein Vielfaches. "Doch es ist nicht das Geld, das reizt. Noch nie ist in der Schweiz ein zukünftiger Nationaltrainer mit einer größeren Erwartungshaltung konfrontiert worden", stellt die Zeitung fest.

Das Hitzfeld ein Glücksfall ist, meint auch der "Tages-Anzeiger" aus Zürich, und es ist ohne Zweifel "eine starke Lösung". Für Hitzfeld sei es wichtig, mit Leuten seiner Wahl eng zusammenarbeiten zu können, und offensichtlich sollen diese Wünsche erfüllt werden, schreibt die Zeitung, mahnt aber: "Hitzfeld ist ein Glücksfall - aber er ist längst keine Garantie, dass der Schweizer Fußball mit ihm auch glücklich wird."

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