NBA: Der Wechsel von LeBron James und seine Folgen : Der Sommer des Königs

Seit dem Wechsel von Basketball-Superstar LeBron James zu den Cleveland Cavaliers ist die nordamerikanische Profiliga NBA in Aufruhr. Wechselt auch Olympiasieger Kevin Love nach Cleveland, stehen weitere Erdbeben an.

von
Kopf größer. LeBron James sorgt derzeit für Bewegung.
Kopf größer. LeBron James sorgt derzeit für Bewegung.Foto: Imago

In Cedar Point scheint man ein gutes Gespür für den Augenblick zu haben. Der zweitälteste Freizeitpark der USA, gelegen in Sandusky im Bundesstaat Ohio in der Nähe von Cleveland, will in den nächsten Tagen eine seiner Achterbahnen umbenennen. Das Fahrgeschäft soll dann als Reminiszenz an LeBron James den Namen „King James“ tragen. Der beste Basketballer der Welt hatte vor zehn Tagen verkündet, von den Miami Heat zurück zu den Cleveland Cavaliers zu wechseln. Seitdem befindet sich die nordamerikanische Profiliga NBA auf einer Art Achterbahnfahrt, komplett mit Adrenalinschüben, Panikattacken und Glücksgefühlen.

James hatte Miami viermal in Folge ins Finale geführt, zuletzt unterlagen die Heat den San Antonio Spurs jedoch deutlich. Der 29-Jährige entschied sich überraschend dafür, zurück nach Cleveland zu wechseln, wo er die ersten sieben Jahr seiner Profikarriere verbracht hatte. Seine Entscheidung löste ein mittleres Erdbeben in der gesamten NBA aus, dessen Nachwirkungen immer noch deutlich zu spüren sind. In den kommenden Tagen könnten die Cavaliers den nächsten Schritt von der Lachnummer zum Titelkandidaten machen. Cleveland ist in Verhandlungen darüber, ihre Talente Anthony Bennett und Andrew Wiggins – die im Draft 2013 und 2014 jeweils an erster Stelle ausgewählt wurden – gegen Kevin Love von den Minnesota Timberwolves einzutauschen.

Dieser Transfer hätte weitere Konsequenzen für den Rest der Liga, schließlich sind auch andere Klubs an Love interessiert. Der 25-Jährige ist mit den USA zwar Weltmeister und Olympiasieger geworden, hat mit den Timberwolves in sechs Profijahren aber stets die Play-offs verpasst. Love möchte Minnesota verlassen, wie für viele andere NBA-Stars scheint auch für Love eine Rolle an der Seite von LeBron James überaus attraktiv.

Auch Dallas will Dirk Nowitzki ein ansprechendes Team zusammenstellen

Auch in Dallas macht man sich wieder einmal Hoffnungen, Dirk Nowitzki ein ansprechendes Team zusammenstellen zu können. Von den Knicks verpflichteten die Mavericks Tyson Chandler, aus Houston kam Chandler Parsons. Ob diese Verstärkungen angesichts einiger Abgänge reichen, um dem 36 Jahre alten Nowitzki noch einmal eine Titelchance zu verschaffen, erscheint aber mehr als fraglich. Der Würzburger hat bei den Mavericks gerade einen neuen Dreijahresvertrag unterschrieben und dabei auf viel Geld verzichtet, um seinem langjährigen Klub finanziellen Spielraum für Neuzugänge zu geben.

Aber Dallas bleibt in diesem Sommer, in dem sich alles um LeBron „King“ James dreht, nur ein NBA-Nebenschauplatz. In Cleveland werden die entscheidenden Fragen für die kommende Saison beantwortet. Eine davon lautet, welche Trikotnummer James in Cleveland tragen wird. Die „23“, die er früher bei den Cavaliers inne hatte? Oder doch die „6“ wie in Miami? Wie auch immer, das neue Jersey wird alle Verkaufsrekorde brechen. Die NBA verkündete bereits, alle bislang erhältlichen Cavaliers-Trikots mit seinem Namen seien ausverkauft. Experten rechnen damit, dass James’ Wechsel in den kommenden Jahren bis zu 500 Millionen US-Dollar Umsatz in die Region Cleveland bringen wird.

Seine ganz eigene Achterbahnfahrt hat in den vergangenen Wochen David Blatt erlebt. Erst gewann der 55-Jährige mit Maccabi Tel Aviv die Euroleague, dann verpflichtete Cleveland den Coach als neuen Cheftrainer. Kurz darauf verkündete LeBron James seinen Wechsel – Blatt hatte plötzlich den Superstar aller Superstars im Team. „Mir ist schon klar, dass wir jetzt den besten Spieler der Welt bei uns haben“, sagte Blatt, als er nach dem Druck in Cleveland gefragt würde. „Natürlich steigen da die Ansprüche. Aber würden sie es lieber andersrum haben? Ich bestimmt nicht.“

Autor

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben