NBA : Herzblut wird nicht reichen

Dirk Nowitzki hofft immer noch auf den NBA-Titel, der mit den Dallas Mavericks kaum mehr möglich ist.

Lars Spannagel
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Wieder mal All-Star. Dirk Nowitzki.Foto: dpa

Berlin - Mehr als die Hälfte der langen Saison in der US-Basketball-Profiliga NBA ist vorbei, eigentlich wünscht sich Dirk Nowitzki ein paar Tage ohne Basketball. Nach einem anstrengenden Sommer, in dem der Spieler von den Dallas Mavericks die deutsche Nationalmannschaft zu den Olympischen Spielen nach Peking führte, hat er schon wieder 50 Spiele mehr in den mittlerweile 30 Jahre alten Knochen. Das kommende Wochenende hätte Nowitzki frei haben können – wenn er nicht wieder so eine starke Saison spielen würde. Seine Leistungen haben ihm die mittlerweile achte Nominierung für das All-Star-Spiel der NBA am Sonntag in Phoenix eingebracht. „Das ist eine große Ehre“, erzählt Nowitzki am Telefon. „Aber ein paar Tage frei wären auch nicht schlecht.“

Mit im Schnitt 25,8 Punkten pro Spiel ist Nowitzki viertbester Werfer der NBA-Saison, nur die Superstars Dwyane Wade, LeBron James und Kobe Bryant machen mehr Punkte. Trotzdem hat Dallas „viele Höhen, viele Tiefen“ durchlebt, wie Nowitzki sagt. Vor den beiden Heimspielen vor der All-Star-Pause – gegen das momentan schlechteste Team der NBA aus Sacramento und den Meister Boston Celtics – haben die Mavericks 30 Spiele gewonnen und 20 verloren. Damit liegen sie in der Western Conference auf Platz sechs, von Rang drei bis zu Rang neun und dem Verpassen der Play-offs ist in den verbleibenden 30 Spielen noch alles möglich.

Nowitzki konzentriert sich auf das Positive. „Es ist super, dass die Western Conference so ausgeglichen ist“, berichtet er. „Wir sind mittendrin.“ Allerdings müssen die Mavericks wochenlang auf ihren zweitbesten Werfer Jason Terry verzichten, der sich in der vergangenen Woche die Hand brach. Trotz zum Teil heftiger Niederlagen gegen Spitzenteams und großer Probleme gegen schwache Mannschaften hat Nowitzki die Hoffnung auf seinen ersten NBA-Titel noch nicht aufgegeben: „Wenn wir gesund sind und gut verteidigen, können wir jeden schlagen.“

In diesem Zusammenhang rückt ein zweiter wichtiger Termin für Nowitzki immer näher: Am 19. Februar endet die Transferperiode in der NBA. „Die letzten zehn Tage sind immer witzig zu verfolgen. Alle reden darüber, auf jeder Website steht ein neues Gerücht“, sagt Nowitzki. Auch über Nowitzki selbst wird dieser Tage viel diskutiert. Ein Tauschgeschäft, ein sogenannter „Trade“, könnte ihn zu einem anderen Team schicken – möglicherweise zu einem, bei dem er bessere Chancen auf den Titel hat. „95 Prozent aller Trades bleiben nur Gerüchte“, sagt Nowitzki. „Über die Jahre lernt man, das zu ignorieren.“ Sein Vertrag in Dallas läuft bis zum Sommer 2011, ein Jahr früher könnte Nowitzki eine Option ziehen und sich auf den Spielermarkt setzen. Allerdings bleiben die Mavericks, für die der Deutsche seit zehn Jahren spielt, sein erster Ansprechpartner. „Mein Ziel war und ist, mit Dallas Meister zu werden. Wenn ich den Titel mit einer anderen Mannschaft gewinnen würde, wäre es nicht das Gleiche“, sagt Nowitzki. „Ich habe hier so viel Schweiß und Herzblut reingesteckt.“ Mit der aktuellen Besetzung der Mave ricks scheint ein Titel aber sehr weit weg. Wie schnell ein kluger Trade helfen kann, zeigten die Boston Celtics vor zwei Jahren. Zu ihrem Star Paul Pierce verpflichteten sie mit Ray Allen und Kevin Garnett zwei weitere Spitzenspieler und gewannen prompt den Titel. Viel Hoffnung, dass Mavericks-Besitzer Mark Cuban ein ähnlicher Coup gelingt, hat Nowitzki allerdings nicht: „Dass so ein Deal klappt, passiert vielleicht alle 20 Jahre.“

Wenn bis zum 19. Februar nichts geschieht, wird wohl wieder von Nowitzki abhängen, wann die Saison der Dallas Mavericks endet. Das ist wiederum für Bundestrainer Dirk Bauermann interessant, der Nowitzki Ende Februar in Dallas besuchen wird und auf sein Mitwirken bei der EM in Polen im Herbst hofft. „Wenn es für mich eine lange Saison wird, glaube ich nicht, dass ich Kraft und Energie für die EM habe“, sagt Nowitzki. „Wenn es eine kurze Saison wird, dann ist alles möglich.“

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