NBA : Kampf der Legenden

Im NBA-Finale treffen Boston und L.A. aufeinander - die größten Rivalen im US-Basketball.

Sebastian Moll
boston los angeles
Dauerbrenner: Boston gegen Los Angeles Lakers -Foto: dpa

New York - Kevin Garnett war erst elf Jahre alt, doch er kann sich noch genau erinnern, wie das damals war,1987, als sich die Boston Celtics und die Los Angeles Lakers die letzte ihrer legendären Schlachten um den NBA-Titel lieferten. „Meine Mutter hat immer gesagt, ich soll mich nicht so dicht vor den Fernseher setzen, das würde meine Augen verderben“, sagt der jetzige Star-Forward der Celtics. „Aber ich konnte mich einfach nicht davon lösen.“ Garnett ist nicht der einzige Basketballfan, bei dem in diesen Tagen Erinnerungen an die größte Rivalität des US-Basketballs wach werden. Wenn am Donnerstag die Celtics gegen die Lakers zum ersten Spiel der diesjährigen Finalserie auflaufen, wird jeder, der alt genug ist, sich an die Jahre zwischen 1984 und 1987 zu erinnern, als sich Magic Johnson und Kareem Abdul Jabbar für L.A. mit Larry Bird und Kevin McHale für Boston die hochklassigsten und erbittertsten Finalpartien in der Geschichte der Liga lieferten.

Die Rivalität löste ein Basketball-Fieber in den USA aus. Vorher stand der Sport im Schatten von Football und Baseball. Die Lakers-Celtics-Duelle erhoben den bis dahin vorwiegend schwarzen Minderheiten-Sport in den Mainstream. Entscheidend dabei war die immense Popularität der beiden Stars Larry Bird und Magic Johnson. Außerdem verkörperte das Duell vieles, was Amerika bewegte: Die Lakers standen für Geld und Glamour, die Celtics waren das Proleten-Team. Die Lakers waren ein vorwiegend schwarzes Team, bei den Celtics spielten hauptsächlich Weiße. Die Lakers repräsentierten das lässige sonnige Kalifornien, die Celtics den grauen alten Osten.

Das diesjährige Finale verspricht, ebenfalls hochklassig zu werden. Auf der einen Seite stehen die Celtics, die das neue Trio Garnett, Paul Pierce und Ray Allen innerhalb einer Saison von einer Verlierertruppe in einen Favoriten verwandelt hat. Bei den Lakers hat Kobe Bryant, der derzeit überragende Spieler der NBA, im Spanier Pau Gasol drei Jahre nach dem Weggang von Shaquille O’Neal aus L.A. endlich wieder einen kongenialen Partner gefunden.

„Es ist ein Traum“, sagt Paul Pierce, der als Celtics-Hasser in L.A. aufwuchs, aber alle seine neun Spielzeiten als Profi für Boston gespielt hat. „Diese Rivalität hat Basketball revolutioniert und jetzt bin ich ein Teil davon.“ Kevin Garnett geht es ähnlich: „Jeder der Basketball liebt, weiß, was diese Rivalität bedeutet. Ich muss nur aufpassen, meine Aufregung darüber im Zaum zu halten.“ Sebastian Moll

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