Sport : NBA: Mit Schrempf an die Spitze

Detlef Schrempf hat sich 222 Tage nach seinem Karriereende mit einer Nullnummer in der besten Basketball-Liga der Welt zurückgemeldet. Er verbuchte während seines 14-minütigen Comebacks vor 19 980 Zuschauern im heimischem Rose Garden beim 100:92-Erfolg der Portland Trail Blazers gegen die Phoenix Suns lediglich einen Rebound und einen Assist. Trotz der mageren Ausbeute zeigte sich Trainer Mike Dunleavy nicht unzufrieden. "Es war okay. Aller Anfang ist eben schwer. Wir sind froh, dass er uns in unserer komplizierten Situation zur Verfügung steht", befand der Trainer, dessen Team nach dem 34. Saisonsieg in der Pacific Divison erstmals an der Tabellenspitze steht.

Seine Rückkehr in die nordamerikanische Profiliga NBA hatte Schrempf nach dem Einwerfen unmittelbar vor dem Anpfiff entschieden. Nach dem ersten Mannschaftstraining am Vortag zweifelte der gebürtige Leverkusener noch, ob er 24 Stunden später um Meisterschaftspunkte spielen würde. "Gebt mir noch einen Tag Zeit. Ich bin nicht in bester Verfassung. Mein ganzer Körper schmerzt", klagte der 38-Jährige, als er nach der 90-minütigen Übungseinheit vom Parkett schlich.

Am 4. Juni hatte Schrempf im siebten Play-off-Finalspiel der Western Conference bei den Los Angeles Lakers seine letzte Partie bestritten. Am 2. Oktober verkündete er wegen chronischer Nackenschmerzen nach 15 NBA-Spielzeiten das Ende seiner Laufbahn. Schriftlich reichte er seinen Rücktritt bei der NBA aber nie ein, so dass er auf der Verletztenliste der Blazers als Stand-by-Profi geführt werden konnte. Sein Vertrag läuft nach der Saison aus.

Der frühere deutsche Nationalspieler hatte sich zu einem Comeback von Blazers-Präsident Bob Whitsitt überreden lassen, nachdem sich Superstar Scottie Pippen am rechten Ellenbogen operieren lassen musste und wenigstens die nächsten vier Wochen ausfällt. Dunleavy empfing Schrempf mit offenen Armen, wohlwissend, dass er keine Nackenprobleme mehr hat und sich in einem guten körperlichen Zustand befindet. "Detlef braucht nicht lange, um wieder voll mitzuspielen", sagte der Coach. "Er war ja nur kurz weg."

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