NBA-Play-offs : Dallas trifft auf Angstgegner

Mit einer Rekordsaison im Rücken und dem Angstgegner vor Augen starten die Dallas Mavericks am Sonntag in die Play-offs der NBA. Gegen die Golden State Warriors konnte das Team von Nowitzki in dieser Saison nicht gewinnen.

Boston - Zum Abschluss der regulären Saison gewannen die Texaner bei den Seattle Supersonics souverän mit 106:75 und beendeten mit 67 Siegen und somit als sechstbestes Team der NBA-Historie die Vorrunde. "Jetzt beginnt die schönste Phase der Saison", freut sich Dirk Nowitzki, in Seattle mit 20 Punkten bester Werfer der "Mavs", auf die K.o.-Runde. Doch dort wartet mit den Golden State Warriors ausgerechnet das Team, gegen das der Spitzenreiter in der regulären Saison nicht gewinnen konnte.

"Sie waren zum Ende der Vorrunde mit die Besten, aber wir waren die gesamte Vorrunde die Besten", gibt sich Jerry Stackhouse selbstbewusst. Drei Spiele, drei Niederlagen - so lautet Dallas' düstere Bilanz gegen die Kalifornier, die den Liga-Primus erst am Dienstag beim 111:82 blamiert hatten. "Da haben wir mit einem B-Team gespielt und wichtige Leute für die Play-offs geschont", meint Nowitzki, der auch die 104:107-Heimniederlage vom 6. November relativiert. Da sei die Mannschaft einfach noch nicht so weit gewesen. Am 12. März hatten das Team mit 100:117 den Kürzeren gezogen. Dennoch zähle für ihn und die Mavericks nur der Titel, so Nowitzki.

Das Team brennt auf den Titel

Und dieser, da sind sich alle in der Liga einig, führt in diesem Jahr nur über Dallas. "Die Mannschaft brennt, sie hat Feuer und zwar die ganze Saison über. Das ist das Resultat der Finalniederlage im Vorjahr. Diesmal wollen sie es allen zeigen und kein Team hätte den Titel mehr verdient als Dallas", meint NBA-Legende Kareem Abdul Jabbar. "Sie sind personell am besten besetzt und diejenigen, die es zu schlagen gilt", sagt Detlef Schrempf, fügt jedoch an: "Aber in den Play-offs ist alles möglich."

Das mussten die Texaner im vergangenen Juni schmerzlich erfahren, als sie in der Finalserie gegen Miami bereits mit 2:0 geführt hatten und dennoch 2:4 verloren. Nowitzki macht keinen Hehl daraus, dass er anschließend schlaflose Nächte hatte und der Frust bis heute tief sitzt. Zur Frustbewältigung helfe nur die Meisterschaft und da soll am Wochenende in der Serie "Best of seven" gegen Golden State der erste Schritt gemacht werden.

Die Warriors, die erstmals seit 13 Jahren wieder in der K.o.-Runde stehen, haben jedoch einen großen Trumpf - Trainer Don Nelson. Der 67-Jährige war von 1997 bis 2005 Coach der Mavericks und einer der größten Förderer von Nowitzki. "Er weiß genau, wie man uns am Besten schlagen kann und das hat er diese Saison bewiesen", sagt der 28-Jährige voller Respekt. Play-off-Panik bricht bei ihm dennoch nicht aus. Schließlich habe Dallas von der Tiefe her den bestbesetzten Kader der Liga und viele herausragende Spieler mit unglaublichen Fähigkeiten. Zudem werde der enorme Druck auf mehrere Schultern verteilt, so dass das Team auch psychisch bestens auf die anstehenden Spiele vorbereitet sei, betont der Deutsche. "Golden State liebt Power-Basketball, da geht's hin und her. Das wird bestimmt eine witzige Serie", so Nowitzki. (Von Heiko Oldörp, dpa)

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