NBA-Playoffs : Dallas trifft auf Oklahoma City

Zum Start der Playoffs in der NBA spielt Dirk Nowitzki mit den Dallas Mavericks gegen ein Retortenteam, das gerade die Herzen der Basketballfans in den USA erobert.

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Zum dritten Mal Topscorer der Liga: Kevin Durant.
Zum dritten Mal Topscorer der Liga: Kevin Durant.Foto: AFP

Am Anfang stand der Hurrikan Katrina. In Folge der unglaublichen Verwüstung mussten die Basketballer der am schwersten betroffenen Stadt, die New Orleans Hornets, ihre Heimspiele zwei Jahre lang in Oklahoma austragen, 1200 Kilometer weit weg von zu Hause. Die Fans in Oklahoma City, einer 530 000-Einwohnerstadt, die bis dato nie ein Team in einer der vier großen Sportarten (Baseball, Eishockey, Basketball, Football) besessen hatte, drehten vollends durch. „Fast jedes Spiel war ausverkauft", sagt Jenni Carlson, Sportkolumnistin beim „Oklahoman“, der größten lokalen Tageszeitung. „Die Fans haben um ein Team gebettelt.“

Sieben Jahre später hat Oklahoma City dieses Team. Vor dem Start der Playoffs in der nordamerikanischen Basketball-Liga NBA gelten die Oklahoma City Thunder als Favorit im Erstrunden-Duell gegen, genau, Dirk Nowitzki und die Dallas Mavericks, immerhin amtierender Meister. Das sagt schon einiges aus. In der Nacht zu Sonntag (3.30 Uhr) bestreiten die Teams das erste Duell in der Best-of-seven-Serie. Es ist die Neuauflage des Halbfinals von 2011, damals siegte Dallas 4:1, angeführt von einem überragenden Dirk Nowitzki. Den wird es auch diesmal brauchen, wenn die Texaner die erste Runde überstehen wollen.

Dirk Nowitzkis Karriere in Bildern:

Dirk Nowitzkis große Karriere
Glückliches Ende einer langen Reise. Es gibt wohl wenige Sportler, denen man den ganz großen Triumph so sehr gönnt wie Dirk Nowitzki.Weitere Bilder anzeigen
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13.06.2011 20:44Glückliches Ende einer langen Reise. Es gibt wohl wenige Sportler, denen man den ganz großen Triumph so sehr gönnt wie Dirk...

Denn die Kräfteverhältnisse haben sich verschoben. „Oklahoma hat eine sehr gute Mannschaft, sie war konstant über die Saison. Ohne den Heimvorteil wird es schwer für uns“, sagt Nowitzki. Im Gegensatz zu den Mavericks, die den ältesten Kader der Liga beschäftigen, lebt die Truppe von Trainer Scott Brooks von ihrer Jugendlichkeit, ihrer Dynamik, ihrem Spielwitz. Stellvertretend für sein Team steht Kevin Durant, der mit 23 Jahren bereits dreimal bester Scorer der Liga war. „Er ist immer der Erste im Trainingsraum“, sagt Jenni Carlson. Ebenso viele Sympathien wie auf dem Platz sammelt Durant durch sein Auftreten abseits des Spielfeldes. „Er kennt jeden Platzanweiser in der Halle namentlich“, sagt Carlson. Gleiches gilt für Russel Westbrook, James Harden oder den starken Spanier Serge Ibaka. „Das sind keine Kerle, die ins Gefängnis kommen oder für Aufregung sorgen“, sagt Carlson. In einer Liga, in der sich manche Spieler als Gangster-Rapper inszenieren, hat neben dem sportlichen Erfolg nicht zuletzt dieser Umstand zur Popularität der Thunder beigetragen. Es ist einfach schwer, sie nicht zu mögen.

Diesen Status hatte der Klub, der 2008 aus den traditionsreichen Seattle Supersonics hervorging, längst nicht immer. Zwei Jahre zuvor hatte eine Investmentgruppe aus Oklahoma City das Team gekauft, wenig später wurde der Umzug bekannt gegeben – die Thunder waren geboren, ein klassischer Retorten-Verein. Spötter nannten den Klub in den ersten Jahren „Zombie Sonics“, mittlerweile kann sich kaum ein Basketball-Fan in den USA der Erfolgsgeschichte entziehen – mal abgesehen von jenen in Seattle.

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