NBA : Texas gegen Texas

Zum Auftakt der NBA-Play-offs trifft Nowitzki mit Dallas heute auf San Antonio. "Der Kampfl um Texas" ist keine leicht Aufgabe.

Lars Spannagel

BerlinZwei Jahre in Folge war für Dirk Nowitzki und die Dallas Mavericks die erste Play-off-Runde auch die letzte. In dieser Saison haben sich die Mavericks in der amerikanischen Basketball-Profiliga NBA mit einem Endspurt in den letzten Wochen gerade noch eine günstigere Ausgangsposition erarbeitet. Trotzdem erwartet Nowitzki am heutigen Sonnabend in der ersten Runde der Western Conference eine schwere Aufgabe: Dallas trifft in dem „Kampf um Texas“ betitelten Duell auf die San Antonio Spurs.

Nach einer Saison voller Höhen und Tiefen und viel Verletzungspech bei seinen Mitspielern hofft Nowitzki jetzt umso mehr auf erfolgreiche Play-offs. „Im April haben wir guten Basketball gespielt und starke Teams geschlagen“, erzählt Nowitzki am Telefon. „Insofern ist unser Selbstvertrauen jetzt so groß wie noch nie in dieser Saison.“ Durch fünf Siege in den letzten sechs Spielen hatten sich die Mavericks noch auf Platz sechs im Westen vorgeschoben und waren so den weitaus stärker eingeschätzten L.A. Lakers und Denver Nuggets aus dem Weg gegangen. Doch auch der Gegner aus San Antonio verbesserte sich zuletzt durch vier Siege in Folge noch auf Rang drei.

Gegen die Spurs erlebte Nowitzki seine bislang vielleicht größte Stunde als Basketballer: 2006 zog Dallas durch ein 119:111 nach Verlängerung in San Antonio ins NBA-Finale ein. „Damals haben wir auswärts unter großem Druck gewonnen. Das hat uns sehr viel Selbstvertrauen für die nächsten Jahre gegeben“, sagt der 30-Jährige. Zuvor waren die Spurs so etwas wie ein großer Bruder, der „uns als kleinen Bruder immer verhauen hat“.

Auch drei Jahre danach zählen die Spurs wieder zu den NBA-Spitzenteams – auch wenn sie auf den langzeitverletzten Argentinier Manuel Ginobili verzichten müssen. Besonders San Antonios französischer Aufbauspieler Tony Parker war von Dallas in dieser Saison nicht zu stoppen. „Im letzten Spiel hat Parker gegen uns 39 Punkte gemacht, aber im Endeffekt hatten wir die Nase vorn“, sagt Nowitzki. „Darauf kommt es an.“ Der zweite Star bei den Spurs ist der 2,11 große Tim Duncan, dem allerdings immer häufiger anzumerken ist, dass er nächste Woche 33 Jahre alt wird. Zuletzt plagten Duncan Knieprobleme, die ihn auch gegen Dallas behindern könnten.

Nowitzki wird es in der Best-of-Seven-Serie neben anderen Gegnern auch mit dem Defensivspezialisten Bruce Bowen zu tun bekommen, der dafür bekannt ist, auch mal zu unfairen Mittel zu greifen. „Er spielt schon sehr hart und manchmal an der Grenze“, sagt Nowitzki. „Trotzdem bin ich immer gut mit ihm ausgekommen, da gab es nichts Hässliches. Aber auf Bowen muss man immer vorbereitet sein.“ Gegen die gute Verteidigung der Spurs müsse man das Spiel ohnehin ein bisschen auf sich zukommen lassen.

Obwohl er sich auf harte Duelle einstellen muss, überwiegt bei Nowitzki die Vorfreude auf die Play-off-Serie: „Alle Spiele gegen San Antonio sind Klassiker.“ Amerikanische Experten sagen bereits voraus, dass die Serie erneut erst im siebten Spiel entschieden wird, in dem die Spurs wie 2006 Heimrecht hätten. 

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