NBA-Titelfavorit : Warriors siegen nach Verletzung des Gegenspielers

In der NBA wird über die Verletzung von San Antonios bestem Spieler gestritten. Es bleibt unklar, ob es Absicht oder ein Unfall war.

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Doppelt schmerzhaft. Mit Leonards Ausfall drehte sich das Spiel. Foto: Terada/Reuters Foto: USA Today Sports
Doppelt schmerzhaft. Mit Leonards Ausfall drehte sich das Spiel. Foto: Terada/ReutersFoto: USA Today Sports

Vor dem Spiel war Gregg Popovich noch zu Scherzen aufgelegt gewesen. Was seine Strategie gegen die scheinbar übermächtigen Golden States Warriors sei, wurde der Coach der San Antonio Spurs gefragt. „Beten“, antwortete Popovich.

Auf dem Feld allerdings taten die Spurs weit mehr als nur das – und fügten dem großen NBA-Titelfavoriten im ersten Finalspiel der Western Conference beinahe eine Niederlage zu. Zwischenzeitlich lag San Antonio schon mit 25 Punkten vorn, am Ende setzten sich die Warriors aber doch noch mit 113:111 (42:62) durch.

Aufholjagd der Gastgeber

Bei den Kalifornier überragten die Stars Stephen Curry und Kevin Durant mit 40 und 34 Punkten. Wieder einmal bewies Golden State, dass die Mannschaft nicht zu stoppen ist, wenn sie einmal ihren Rhythmus gefunden hat. Im Mittelpunkt standen nach der Partie allerdings nicht die Aufholjagd und das Offensivspektakel der Gastgeber, sondern eine Szene aus dem dritten Viertel.

Der bis dahin überragende Spurs-Profi Kawhi Leonard ging beim Stand von 78:55 für sein Team zum Sprungwurf hoch, trat bei der Landung auf den Fuß seines Gegenspielers Zaza Pachulia und verletzte sich am ohnehin lädierten linken Knöchel. Für den 25-Jährigen war das Spiel gelaufen, Golden State erzielte nach Leonards Verletzung die nächsten 18 Punkte des Spiels und entschied den Rest der Partie mit 58:33 für sich.

Pachulia als harter Profi bekannt

Pachulia ist als harter und nicht immer fairer Profi bekannt, nach Spielende sah sich der Georgier dem Vorwurf ausgesetzt, seinen Fuß absichtlich unter Leonard angeschlagenes Sprunggelenk geschoben und die Verletzung damit bewusst herbeigeführt zu haben.

Diese Aktion ist das Markenzeichen des ehemaligen Spurs-Profis Bruce Bowen, einem der unfairsten und unbeliebtesten Spieler der NBA-Geschichte. Pachulia nannte den Verdacht „dumm“, seine Mitspieler verteidigten den 33-Jährigen ebenfalls. „Zaza ist kein schmutziger Spieler“, sagte Durant. Ob Leonard im zweiten Spiel der Serie in der Nacht zu Mittwoch auflaufen kann, ist noch unklar.

Sarkasmus trotz Niederlage

Sollte er ausfallen, dürfte aus einer kaum machbaren Aufgabe für San Antonio eine unmögliche werden. Bei den Texanern fällt bereits der französische Routinier Tony Parker für den Rest der Saison aus, Leonard ist nicht nur der beste Verteidiger der gesamten NBA, sondern auch die wichtigste Angriffsoption der Spurs.

Trotz der Niederlage hatte Gregg Popovich schnell seinen gewohnten giftigen Sarkasmus wieder gefunden. Als ein Reporter bemerkte, das Spiel habe sich nach Leonards Ausfall komplett gedreht, sagte der 68-Jährige grimmig: „Echt, das ist dir aufgefallen? Gute Beobachtung, das ist korrekt.“

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