Sport : Nervös und trotzdem stark

Stürmer Sverkos trainiert erstmals mit seinem neuen Team Hertha BSC

Ingo Schmidt-Tychsen

Berlin - Für den Bruchteil einer Sekunde huschte ein Lächeln über das Gesicht von Vaclav Sverkos. Der 22-jährige Angreifer von Hertha BSC hatte endlich sein erstes Tor im Training erzielt – im zehnten Versuch. „Ich war nervös“, sagte der Tscheche hinterher. „Deshalb war das Training insgesamt auch nicht so gut.“ Doch der flinke Stürmer steigerte sich im Laufe der Trainingseinheit. „Im Spiel am Ende hat er drei Tore erzielt. Es ist lange her, dass ein Stürmer das bei uns geschafft hat“, sagte Trainer Falko Götz.

Sverkos war erst am Dienstagabend von Borussia Mönchengladbach bis zum Ende der Saison an Hertha ausgeliehen worden, eine Kaufoption besitzen die Berliner nicht. Was sich nachteilig auswirken könnte: Spielt Sverkos gut und trifft oft, wird er auch teurer. Im Gegenzug gaben die Berliner ihren Stürmer Nando Rafael an Gladbach ab. Hertha bekam dafür einen fünfstelligen Betrag. „Wir haben für die Zugänge Bo Svensson und Nando Rafael zusammen 100 000 Euro bezahlt“, sagte Gladbachs Manager Peter Pander.

Herthas Manager Hoeneß ist davon überzeugt, dass „Sverkos motivierter sein wird, als Nando es war“. Rafael äußerte sich gestern erstmals seit dem Bekanntwerden seiner Abwanderungsgedanken am Sonntag öffentlich: „Ich wäre schon enttäuscht gewesen, wenn das mit dem Wechsel nicht geklappt hätte.“ Einen bestimmten Vorfall, weshalb er unbedingt den Verein wechseln wollte, habe es nicht gegeben. „Das hat sich über die Zeit ergeben: Je weniger ich gespielt habe, desto unzufriedener war ich.“

Hoeneß ist überzeugt davon, dass Nandos Ersatz Sverkos „der Mannschaft richtig helfen kann“. Götz wollte sich gestern zwar noch nicht darauf festlegen, ob Sverkos am Samstag bei Eintracht Frankfurt von Beginn an zum Einsatz kommen wird, doch es hörte sich danach an: „Gerade auswärts kann er ein wichtiger Mann werden.“ Sverkos ist konterstark.

Vor gut zwei Jahren wurde Sverkos von seinem Landsmann und damaligem Vereinskameraden Ivo Ulich als „das größte Talent des tschechischen Fußballs bezeichnet“. Das war im Dezember 2003 nach einem 4:2-Sieg mit Gladbach über den VfB Stuttgart. Sverkos hatte drei Tore erzielt – als 20-Jähriger, der ein halbes Jahr zuvor für etwa 1,5 Millionen Euro von Banik Ostrau gekommen war. Danach spielte Sverkos eine ausgezeichnete Rückrunde, in der ihm sieben Tore gelangen. Im Folgejahr konnte er an diese Leistungen aber kaum noch anknüpfen und wurde zunehmend nur eingewechselt. Das minderte die Motivation des Stürmers gewaltig, so dass er in der Hinrunde in diesem Jahr fast nur noch von der Bank aus ins Spiel kam. „In Berlin will ich mir einen Stammplatz erkämpfen“, sagt er.

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