Sport : Netter Besuch aus Berlin

Die Eisbären spielen in Nürnberg und verlieren wieder einmal gegen die Franken – diesmal 3:5

Florian Jennemann

Nürnberg. Manche finden die Arena in Nürnberg ja ganz toll. Zum Beispiel Sven Ottke. Am Sonnabend war der gebürtige Berliner in der modernen Halle und verteidigte seinen WM-Titel. Gestern dann, als der Boxring längst abgebaut war, schaute anderer Besuch aus Berlin vorbei: der Tabellenführer der Deutschen Eishockey-Liga (DEL). Die Eisbären verließen die Halle allerdings am späten Abend schlecht gelaunt. Die Berliner verloren bei den Nürnberg Ice Tigers 3:5 (1:0, 0:2, 2:3). Die Franken sind weiter das einzige Team der DEL, gegen das die Eisbären diese Saison noch nicht gewinnen konnten. Gestern gab es die dritte Berliner Niederlage im dritten Spiel.

Wenn die Eisbären und Nürnberg aufeinander treffen, dann kommen Freunde attraktive und offensiv geführten Eishockeys auf ihre Kosten. So war es in den ersten beiden Spielen dieser Saison und so war es auch gestern. Vom ersten Bully an ging es munter rauf und runter, keines von beiden Teams erspielte sich dabei größere Vorteile, große Torchancen allerdings auch nicht. Der erste Treffer des Spiels entsprang einem Missverständnis: Der Nürnberger Robert Tomik spielte den Puck unabsichtlich auf Sven Felski, der Eisbären-Stürmer bediente seinen vor dem Tor lauernden Kollegen Denis Pederson, und der Kanadier hob den Puck unter die Latte des Nürnberger Tores.

Zu diesem Zeitpunkt hatte die Berliner Fankolonie längst die akustische Hoheit in der mit 5869 Zuschauern gut gefüllten Halle. Das sollte sich im zweiten Drittel ändern, denn fortan hatte der Nürnberger Anhang Grund zur Freude. Der Berliner Stürmer Alexander Barta hatte nach einem Stockfoul am Nürnberger Thomas Greilinger kurz vor der ersten Pause eine Spieldauerstrafe erhalten, die zusätzliche fünfminütige Strafe gegen Barta nutzten die Ice Tigers in ihrem Überzahlspiel: Eisbären-Torwart Oliver Jonas spielte den Puck nicht da hin, wo er ihn gern gehabt hätte, und zwei Stationen weiter lag das Spielobjekt im Berliner Tor, Martin Jiranek hatte zum 1:1 getroffen. Nun waren die Franken die bessere Mannschaft, Konstantin Firsanow erhöhte noch im Mittelabschnitt auf 2:1. Dazu hatten die Berliner noch einen dritten Schock zu verarbeiten: David Roberts musste nach einem Check eines Nürnbergers nach 26 Minuten das Eis verlassen. Der US-Amerikaner hatte sich offensichtlich am Knie verletzt.

Mit Beginn des letzten Drittels durften die Berliner dann kurz hoffen, dass das dritte Aufeinandertreffen mit Nürnberg für sie ein erfreuliches Ende nehmen würde: Florian Keller traf zum 2:2. Danach aber waren die Eisbären überfordert: Tomik schoss das 3:2 für Nürnberg, Witali Aab traf zum 4:2, und im Powerplay der Franken erzielte Petr Fical das 5:2. Die Berliner mühten sich danach zwar redlich, aber zu mehr als einem dritten Tor durch Pederson reichte es nicht mehr.

Wieder einmal mussten die Eisbären eine Niederlage gegen die Ice Tigers hinnehmen. Spätestens seit gestern wissen die Berliner, aus welcher Stadt in dieser Saison ihr Angstgegner kommt.

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