Sport : Neu sortieren

HSV verliert durch ein spätes Tor 0:1 in Dortmund

Felix Meininghaus[Dortm]

Zum Auswärtsspiel nach Dortmund fuhr der Hamburger SV mit der Deutschen Bahn. Wie vor zwei Jahren, als Thomas Doll beim BVB seine Premiere als Trainer der Profimannschaft erlebte. Damals kam der HSV als Tabellenletzter ins Revier und startete danach eine eindrucksvolle Erfolgsserie.

Die Erinnerung an jene Erfolgsstory hat Doll und seiner Mannschaft jetzt keine Wende zum Guten beschert. Der HSV unterlag dem BVB vor 80 708 Zuschauern im ausverkauften Westfalenstadion durch ein Tor von BVB-Kapitän Christian Wörns acht Minuten vor Ende mit 0:1 (0:0). Es war nach dem peinlichen Pokal-Aus bei den Stuttgarter Kickers und dem 1:2 in der Champions-League gegen den FC Arsenal bereits die dritte Niederlage binnen einer Woche. Der holprige Saisonstart wächst langsam zur handfesten Krise.

Dabei traf der HSV in Dortmund auf einen Gegner, der sich alles andere als in Galaform präsentierte. Doch das Team von Thomas Doll hat derzeit selbst zu wenig Qualität, um eine solche Chance zu nutzen. Von Beginn an entwickelte sich eine Partie mit überschaubarem Unterhaltungswert. Zu statisch waren die Dortmunder Bemühungen, auf der anderen Seite beschränkten sich die sichtbar angeschlagenen Hamburger, die ohne die verletzten van der Vaart, Sorin und Atouba sowie die rotgesperrten Demel und Benjamin antraten, erst einmal darauf, ihre Abwehr zu ordnen.

Für Doll war es „wichtig, hier nach all den Gegentoren der letzten Wochen wenig zuzulassen“. So entwickelte sich in der ersten Halbzeit ein taktisch geprägtes Kräftemessen der lähmenden Art. „Unser Tempo hätte sehr viel höher sein müssen“, sagte Dortmunds Trainer Bert van Marwijk.

Nach dem Seitenwechsel brachte van Marwijk Ebi Smolarek für den völlig indisponierten Nelson Valdez. Die Dortmunder entwickelten fortan größeren Elan. Ihre Feldüberlegenheit wurde drückend. „Wir haben in dieser Phase um das Gegentor gebettelt“, sagte Doll, „und konnten froh sein, dass es nicht gefallen ist.“ So setzte Hamburgs Vincent Kompany den Ball bei einem missglückten Rettungsversuch auf die Latte des eigenen Tores (56.). Vier Minuten später spitzelte der Schweizer Alexander Frei einen Freistoß von Dede erneut an die Latte.

Als sich der HSV zu Beginn der Schlussphase von der Umklammerung löste, hätte er durch die eingewechselten Guerrero und Laas selbst in Führung gehen können. Ein Freistoß brachte schließlich die späte Entscheidung für den BVB: Einen Freistoß von Dede verlängerte der ehemalige Nationalspieler Wörns mit dem Kopf unhaltbar für den starken Sascha Kirschstein ins Tor. Der grippekranke Manndecker hatte sich bis zum Ende seiner Kräfte verausgabt.

Während sich die Dortmunder in Richtung Bundesliga-Spitze orientieren, müssen sich die Hamburger nach vielen Rückschlägen neu sortieren. Torhüter Kirschstein, der nach der Roten Karte gegen Arsenal für die Bundesliga nicht gesperrt ist, kennt das Rezept zur Besserung: „Viel reden, viel trainieren und nächstes Wochenende gegen Bremen gewinnen.“

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