Sport : Neu versilbert

Mercedes kündigt für November das nächste Formel-1-Modell an

Karin Sturm

Stuttgart. So früh war schon ewig kein neues Formel-1-Auto mehr fertig: Schon in der letzten Novemberwoche soll der neue McLaren-Mercedes-Silberpfeil, der MP4-19, in Spanien die ersten Testfahrten bestreiten: Das bestätigte Mercedes-Vorstand Jürgen Hubbert ihm Rahmen der Mercedes-Saisonabschlussfeier, zu der am Wochenende an die 40 000 Fans auf das Werksgelände in Stuttgart-Untertürkheim gekommen waren.

Hubbert gab zwar zu, dass man die selbst gesteckten Ziele verfehlt habe, weil das neue Modell eigentlich schon in Laufe der letzten Saison zum Einsatz kommen sollte. Dafür habe man nun einen Zeitvorsprung: „Die ganzen Erkenntnisse, die wir in der Arbeit mit dem 18er-Modell gewonnen haben, helfen uns jetzt, mit dem 19er so früh fertig zu sein und damit eine sehr gute Ausgangsbasis für 2004 zu haben.“

Nebenbei hat Mercedes noch ein „neues Modell“, sehr zur Freude der Fans: Der kühle Vizeweltmeister Kimi Räikkönen taut immer mehr auf und wurde in Stuttgart von den Fans umschwärmt. Er hatte sichtlich Spaß daran, Tausende von Autogrammen zu schreiben. Den WM-Titel 2004 wollte er freilich noch nicht versprechen: „Sicher werden wir gemeinsam alles daransetzen, dass es klappt, und ich glaube auch, dass wir sehr gute Chancen haben, aber garantieren kann man so etwas im Rennsport natürlich nie.“

Endgültig vom Tisch zu sein scheint dagegen der von einigen Seiten angestrebte vorzeitige Wechsel von Juan-Pablo Montoya von BMW-Williams zu den Silbernen – anstelle von David Coulthard. Die Idee von Montoya-Manager Julian Jakobi, unter Berufung auf freie Arbeitsplatzwahl innerhalb der EU vorzeitig aus dem laufenden Vertrag auszusteigen, funktioniert offenbar doch nicht. Und der andere Weg, den Kolumbianer aus seinem Vertrag herauszukaufen, scheiterte wohl am massiven Widerstand von BMW, für die Montoya für den südamerikanischen Markt sehr wichtig ist.

Bei Mercedes hatte man diese Möglichkeit stets für unrealistisch und erfunden bezeichnet. Auf eine Fan-Frage aber, wer bei Mercedes über Fahrerbesetzungen entscheide, sagte Hubbert: „Natürlich passiert das immer in engster Abstimmung zwischen uns und McLaren, wenn es darum geht einen Fahrer aus seinem Vertrag herauszu…, ähm, einen neuen Vertrag anzubieten.“

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