Sport : Neue, alte Werte

Nach Goldmedaillen geht es nun wieder um Goldbarren

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Von Jörg Wenig

Zürich. Die Amerikaner haben sich in diesem Jahr schonen können, und deshalb dürfen die Züricher hoffen. Vieles spricht dafür, dass das Golden-League-Meeting der Leichtathleten in Zürich einmal mehr das beste der Saison sein wird. Denn nur alle vier Jahre entsteht die günstige Konstellation, dass die amerikanischen und etliche afrikanische Topstars wirklich ausgeruht im Züricher Letzigrund antreten können. Weltmeisterschaften und Olympische Spiele hat es 2002 nicht gegeben, nur Europameisterschaften, Commonwealth Games und Afrika-Meisterschaften. Nichts also, wo die Amerikaner um Gold hätten kämpfen können. Wenn also Marion Jones vom wichtigsten Meeting der Saison spricht, dann tut sie das nicht, um den Veranstaltern einen Gefallen zu tun.

Diesmal hat Jones sich das Ziel gesetzt, die Jahresweltbestzeit der Ukrainerin Shanna Pintusewitsch von 10,83 Sekunden zu unterbieten. Im vergangenen Jahr hatte die amerikanische Sprinterin im 100-m-WM-Finale in Edmonton überraschend gegen die Ukrainerin verloren. Ein direktes Duell wird es dieses Mal aber nicht geben. Sie brauche eine Pause vom Meisterschafts-Stress, hatte Shanna Pintusewitsch erklärt. Jones verkündete: „Wenn das Wetter gut ist und ich einen guten Start habe, dann ist ein Ergebnis zwischen 10,70 und 10,72 Sekunden möglich.“

Marion Jones ist eine von jenen fünf Sportlern, die noch im Rennen um den Jackpot der Golden League sind. 50 Kilogramm pures Gold in Barren sind da drin, und die Athleten, die mindestens sieben Siege in den zur Golden League zusammengeschlossenen Turnieren in Oslo, Brüssel, Monaco, Zürich, Berlin, Paris und Rom sammeln, die bekommen etwas ab. Die anderen Kandidaten sind Ana Guevara (Mexiko/400 m), Gail Devers (USA/100 m Hürden), Hicham El Guerrouj (Marokko/1500 m) und Felix Sanchez (Dom. Rep./400 m Hürden). Das Ergebnis steht erst fest, wenn nach Zürich die Meetings in Brüssel und Berlin (6. September) gelaufen sind.

Spannend wird es in Zürich auf jeden Fall. 100-m-Weltrekordler Maurice Greene (USA) trifft auf den Europameister Dwain Chambers (Großbritannien). Mit gleich zwei Europameisterinnen muss sich Ana Guevara auseinandersetzen. Sie läuft gegen die 400-m-Einzel- und die Staffelsiegerin von München, Olesja Sykina (Russland) und Grit Breuer (Magdeburg). Eine EM-Revanche gibt es auch über 800 m der Männer mit Europameister Wilson Kipketer (Dänemark) und Silbermedaillengewinner André Bucher (Schweiz). Der Dritte von München, Nils Schumann, hat wegen Krankheit abgesagt.

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