Sport : Neue Chance für Rink - Auch Zickler darf auf einen Einsatz hoffen

DFB-Teamchef Erich Ribbeck ist immer für eine Überraschung gut. Für den EM-Härtetest am kommenden Mittwoch in Zagreb beim WM-Dritten Kroatien wird Ribbeck mit ziemlicher Sicherheit den gebürtigen Brasilianer Paulo Rink vom Bundesligisten Bayer Leverkusen in die deutsche Fußball-Nationalmannschaft zurückholen. Zuletzt hatte Ribbeck mit der Nominierung des Wolfsburgers Zoltan Sebescen für einiges Erstaunen gesorgt. Auch der gestern mit dem FC Bayern München in Kiew beschäftigte Alexander Zickler steht vor einem Comeback im DFB-Trikot. Torsten Frings, heute mit Werder Bremen im Rückspiel des Uefa-Cup-Viertelfinales gegen Arsenal London gefordert, soll dagegen erst noch internationale Erfahrungen in der "A- 2"-Auswahl gegen Russland sammeln.

"Im Moment muss ich einen Spagat machen", erklärt Ribbeck, der heute in Frankfurt (Main) sein Aufgebot für das Kroatien-Spiel bekannt geben wird. "Zum einen muss ich darauf achten, dass wir in Zagreb mit einer schlagkräftigen Mannschaft antreten. Zum anderen muss ich sehen, dass wir bei der EM eine intakte Truppe von 22 Spielern haben", sagt der DFB-Teamchef, der von seinen zuletzt üblichen Gepflogenheiten abrückt und nach Zagreb mehr als 18 Spieler mitnehmen will.

Der Leverkusener Rink, der zuletzt im Sommer 1999 beim Konföderationen-Cup in den USA seine Länderspiele drei und vier bestritt, hat Ribbeck bei seinen letzten Bundesligaauftritten imponiert: "Ich habe Rink zwei Mal beobachtet, beide Male hat er mich überzeugt. Auch beim 9:1 in Ulm hat er stark gespielt. Aber Ulm ist nicht Kroatien." Rink, der nach einem Gastspiel beim FC Santos in der Winterpause nach Leverkusen zurückgekehrt war und sich mit vier Treffern in sieben Spielen wieder in Erinnerung gebracht hat, erklärte: "Ich will Deutschland zeigen, was ich wirklich kann und habe noch einiges gutzumachen."

Zickler, der bislang drei Länderspiele bestritt und zuletzt im Februar 1999 während des peinlichen USA-Trips beim 3:3 gegen Kolumbien das Trikot mit dem Bundesadler getragen hatte, verschwendete vor dem Bayern-Gastspiel in Kiew dagegen noch keinen Gedanken an die Nationalelf: "Ich lasse alles auf mich zukommen."

Der DFB-Teamchef hat erklärt, dass mindestens sechs Plätze im EM-Aufgebot noch frei sind. Für Welt- und Europameister Thomas Häßler (TSV 1860 München) wird für Kroatien noch kein Ticket bereit liegen. Bei weiter konstanten Leistungen dürfte der 97-malige Nationalspieler beim nächsten Länderspiel gegen die Schweiz am 26. April in Kaiserslautern sein Comeback feiern. Unterdessen erklärte Ribbeck in einem Interview mit der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung", dass er sich nicht vorstellen kann, "dass mein Verbleib beim DFB gefordert wird", falls Deutschland bereits in der EM-Vorrunde scheitern würde. "Ich kann mir auch nicht vorstellen, dass ich dann sagen würde, ich müsste unbedingt dort bleiben", sagte der 62-Jährige weiter. Grundsätzlich geht Ribbeck, dessen Vertrag beim Deutschen Fußball-Bund nach der EM ausläuft, vom Viertelfinaleinzug aus.

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